Mir ist bewusst, dass Innereien nicht jedermanns Geschmack sind, aber hier geht es heute weiter mit einem Rezept aus Oma Kätes Kochbuch – es gibt Nieren und Reis (und es wird gegessen, was auf den Tisch kommt 🤣).
Oma wurde auf einem kleinen Bauernhof in Ramstedt/Schleswig-Holstein geboren. Hier verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend. Alles was auf dem Hof erwirtschaftet wurde war wertvoll. Die Anzahl der Tiere war überschaubar und wurde eines von ihnen geschlachtet, wurde ALLES verwertet, selbstverständlich auch die Innereien. So wuchs man einfach mit diesem Verständnis auf und kam gar nicht auf die Idee, daran irgendetwas seltsam zu finden.
“Roter Reis” war schon eines meiner Lieblingsessen, als ich noch sehr klein war. Und ich liiiiieeeeb’s einfach auch heute noch! An alle Nierchen-Freunde hier – probiert’s aus! Es lohnt sich wirklich, versprochen!
Nieren und Reis (“Roter Reis”)
Zutaten:
500 g Nieren, klein geschnitten und über Nacht gewässert
etwas Öl zum Anbraten
1 große Zwiebel, gewürfelt
2 Esslöffel Tomatenmark
1 Tasse Reis
500 ml Brühe
Zubereitung:
Die Nierenstückchen abgießen, nochmals kurz abspülen und mit Küchenkrepp gut trockentupfen. Das Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel glasig dünsten. Die Nierchen hinzugeben und von allen Seiten scharf anbraten. Das kann etwas dauern, da die Nieren beim Anbraten gerne nochmal Flüssigkeit abgeben. Sobald der Sud verdampft ist, das Tomatenmark hinzugeben und kurz mit anrösten. Den Reis dazu geben und die Brühe angießen. Die Nieren mit Reis bei geringer Hitze mit geschlossenem Deckel kochen, bis der Reis gar ist.
Schaschlik kennen wir alle, wobei ich für mich festgestellt habe, früher gab es sie öfter. Irgendwie scheinen sie aus der Mode gekommen zu sein. Zu Unrecht, wie ich finde. Hier teile ich heute das Schaschlik-Rezept unserer lieben Oma Käte mit euch. Das besondere an diesem Rezept ist, dass Oma nicht nur Fleisch und Gemüse auf die Spieße gefädelt hat, sondern auch noch ein paar Stückchen Leber und Niere. Wir finden ja, das macht Omas Schaschlik ganz besonders lecker, aber mir ist natürlich bewusst, dass Innereien nicht jedermanns Sache sind. Aber das Gute an allen Rezepten? Lass’ einfach weg, was du nicht magst! Oder tausche einzelne Zutaten, die dir nicht schmecken durch gleichwertige aus. Alternativen für Schaschlik Zutaten (auch vegetarisch und vegan) findest du hier, im Beitrag “Gar nicht spießig”, wo jeder am Tisch seinen ganz individuellen Schaschlik nach eigenen Vorlieben zusammen bauen kann.
Oma Kätes Schaschlik
Zutaten:
für die Schaschlikspieße:
200 g Schweinefilet, in mundgerechte Stücke geschnitten
200 g Minutensteak vom Rind, in mundgerechte Stücke geschnitten
200 g geräucherten durchwachsenen Speck, in 5 mm dicke Scheiben geschnitten
200 g Leber, in mundgerechte Stücke geschnitten
200 g Niere, in mundgerechte Stücke geschnitten
1 rote Paprika, entkernt und in mundgerechte Stücke geschnitten
1 grüne Paprika, entkernt und in mundgerechte Stücke geschnitten
2 Zwiebeln, geschält und in Achtel geschnitten
für die Soße:
Öl zum Braten
2 Zwiebeln, halbiert und in feine Streifen geschnitten
1 gelbe Paprika, fein gewürfelt
das restliche Gemüse, das nicht mehr auf die Spieße gepasst hat, fein gewürfelt
2 Esslöffel Tomatenmark
300 ml Brühe
1 Teelöffel Oregano
Paprikapulver edelsüß
Salz
Pfeffer, schwarzer
Cayennepfeffer
etwas Honig
Zubereitung:
Die Zutaten für die Schaschliks abwechselnd auf die Spieße stecken. Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Schaschlikspieße darin von allen Seiten scharf anbraten. Die Spieße aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. In der gleichen Pfanne die Zwiebel- und Paprikawürfel kurz anrösten. Tomatenmark hinzufügen und ebenfalls mit anschwitzen. Mit der Brühe ablöschen, Oregano dazugeben und mit Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß, Cayennepfeffer und Honig herzhaft abschmecken. Die Schaschlikspieße zurück in die Pfanne auf die Soße betten und alles mit geschlossenem Deckel für etwa 20 Minuten leise köcheln lassen.
Dazu gibt es Curry-Reis. Der gart einfach nebenher im Backofen.
Hierfür den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Tasse losen Reis eurer Wahl in einen feuerfesten Topf geben. Etwas Salz, einen Teelöffel Curry, einen Schuss Öl und zwei Tassen kochendes Wasser hinzufügen, kurz umrühren, Deckel drauf und im vorgeheizten Backofen 40 Minuten backen.
Als ich vor ein paar Tagen die ersten Pflaumen gesichtet habe war klar: am Wochenende gibt’s Hefeklöße mit Pflaumensoße! Da habe ich schon drauf gewartet. 😋 Ein weiteres schönes Sommerrezept aus Oma Kätes handgeschriebenem Kochbuch.
Hefeklöße sind die norddeutsche Antwort auf die süddeutschen Dampfnudeln. Optisch sehen sie aus wie Schwestern und sind kaum zu unterscheiden. Hefeklöße sind jedoch, im Gegensatz zu ihren Dampfnudelschwestern, immer süß und werden mit ebenso süßer Pflaumensoße serviert. Außerdem werden sie nicht in Wasser, Butter und Salz gegart, sondern in Milch und Butter. Während Dampfnudeln ja auch super zu Gulasch passen, geht die Kombi zu Hefeklößen eher nicht.
Hefeklöße
Zutaten:
30 g frische Hefe
2 Esslöffel Zucker
500 g Mehl
1/4 Liter warme Milch
2 Eier
1 Prise Salz
Zubereitung:
Vom Zucker einen Teelöffel abnehmen und mit der zerbröckelten Hefe in eine Tasse geben. Etwas vermengen und so lange stehen lassen, bis sich die Hefe verflüssigt hat. Das Mehl mit dem restlichen Zucker, Salz, Milch, Eiern und der vorbereiteten Hefe in eine Rührschüssel geben und zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich in etwa verdoppelt hat. Den Hefeteig nochmals gut durchkneten und in 12 gleich große Stücke teilen. Die Stücke zu Kugeln formen und auf einem bemehlten Holzbrett nochmals mit einem Küchentuch zugedeckt eine halbe Stunde ruhen lassen.
1/4 Liter Milch
20 g Butter
in einem großen Topf aufkochen und die Hefeteiglinge hineinlegen. Deckel drauf und die Hefeklöße bei niedriger Stufe 15 Minuten garen.
Pflaumensoße
Zutaten:
500 g frischePflaumen, halbiert und entsteint
250 g Trockenpflaumen
1/2 Liter Wasser
60 g Zucker
1 Stange Zimt
abgeriebene Schale einer halben Zitrone
30 g Speisestärke
etwas kaltes Wasser
etwas Butter
Zubereitung:
Pflaumen, Trockenpflaumen, Zucker, Zimtstange, Zitronenschale mit dem Wasser in einen Topf geben und alles einmal aufkochen. Die Speisestärke mit etwas kaltem Wasser verrühren und die Pflaumensoße damit etwas andicken. Zum Schluss ein Eckchen Butter unter die Pflaumensoße rühren und abkühlen lassen.
Nun einen Hefekloß auf einen tiefen Teller legen, in der Mitte aufreißen und die Pflaumensoße darüber verteilen.
Guten Appetit und eine schöne, entspannte Woche! 🌸
Oma hatte immer Kuchen. Auch wenn man unangekündigt vorbeischneite, diesen Quark-Streuselkuchen hatte Oma immer vorrätig. Er wurde meistens samstags blecheweise gebacken, je nach Saison mit oder ohne Obst und anschließend eingefroren. Man wollte schließlich etwas anbieten können, falls mal überraschend Besuch kam. Schöne Sache, wenn ihr mich fragt. Heutzutage musst du den Kuchen schon selber mitbringen, wenn du spontan jemanden überfällst und welchen willst. Ist aber auch schön! Da freut sich der unfreiwillig unvorbereitete Gastgeber (hoffentlich 😃).
Omas Quark-Streuselkuchen
Zutaten für den Boden:
100 g Butter
75 g Zucker
1 Teelöffel Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
5 Esslöffel Milch
375 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
für die Füllung:
1 kg Quark
1 Päckchen Sossenpulver Vanille oder 1/2 Päckchen Vanille Puddingpulver
1 Ei
200 g Zucker
5 Tropfen Aromaöl Zitrone
für die Streusel:
500 g Mehl
200 g Zucker
200 g Butter
1 Ei
Zubereitung:
Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Für den Boden alle angegebenen Zutaten in eine Schüssel geben und gut miteinander verkneten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen oder einfetten und den Teig gleichmäßig darauf verteilen. Rings herum einen kleinen Rand hochziehen und Den Teigboden mehrfach mit einer Gabel einstechen.
Für die Füllung alle hierfür aufgelisteten Zutaten mit einem Schneebesen glattrühren. Die Masse auf dem Teig verstreichen.
Nun noch alle Zutaten für die Streusel miteinander verkneten. Die Streusel auf die Quarkmasse streuen und den Kuchen 45 Minuten goldbraun backen.
Wer es lieber fruchtig mag, verteilt einfach Obst seiner Wahl auf der Quarkmasse.
Ganz viel Spaß beim Nachbacken und habt einen süßen Sonntag!
Hier gibt’s heute ein weiteres Rezept aus dem handgeschriebenen Kochbuch meiner lieben Oma Käte. Wie schon mehrfach in früheren Beiträgen erwähnt, kam Oma in Ramstedt, einem kleinen Dorf bei Husum, zur Welt. Sie wuchs also im hohen Norden auf und dem entsprechend norddeutsch sind auch unsere Familienrezepte. Ein allseits beliebtes ist Birnen und Teig. Das Zusammenspiel von salzigem Speck und den süßen Birnen macht dieses Gericht sehr besonders. Im Norden unseres Landes gibt es einige Rezepte, die fruchtige Süße mit herzhaft salzigem kombinieren. Rosinenstuten mit Butter und Katenschinken zum Beispiel oder der gute alte Mehlbeutel mit geräuchertem, durchwachsenen Speck und Stachelbeersauce. Das schmeckt aber auch alles lecker zusammen, sage ich euch! Probiert das unbedingt aus!
Grundlage für unsere Birnen im Teig sind Omas eingekochte Birnen mit Kardamom. Hiermit geht’s jetzt los.
Oma Kätes Kardamom-Birnen
Zutaten:
2 kg feste Birnen, geschält und geviertelt
1 kg Zucker
500 ml Weinessig
2-3 Kardamomkapseln pro Einmachglas
1/4 Vanillestange pro Einmachglas
1 Nelke pro Einmachglas
Zubereitung:
Birnen auf Einmachgläser deiner Wahl verteilen und jeweils eine Nelke in jedes Glas geben.
Den Essig mit dem Zucker aufkochen. Die aufgeklopften Kardamomkapseln und die der Länge nach halbierten und in Stücke geschnittenen Vanilleschoten hinzufügen und kurz mit köcheln lassen. Den Herd ausschalten und den Sud etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Die Essigmischung in die Einmachgläser füllen, so dass die Birnen gut bedeckt sind und die Gewürze auf die einzelnen Gläser verteilen. Die Einmachgläser fest verschließen und auf ein tiefes Backblech stellen. Heißes Wasser in das Blech füllen (ca. 2-3 cm hoch) und die Birnen im Backofen bei 200°C so lange einkochen, bis kleine Bläschen in den Gläsern aufsteigen. In Omas Rezept steht, man soll die Birnen so lange kochen, bis sie rot sind. Ja, Omas eingekochte Birnen waren rot. Ich nehme an, dass der Grund dafür eine bestimmte Birnensorte war, denn unser Birnen wollen einfach nicht rot werden. Leider kann ich Oma nicht mehr fragen, aber falls hier jemand von euch eine Idee hat, gerne her damit!
Birnen und Teig
Zutaten für den Teig:
100 g Butter
50 g Zucker
1 Teelöffel Vanillezucker
3 Eier, getrennt
1 gute Prise Salz
200 g Mehl
1 gehäufter Teelöffel Backpulver
3 Esslöffel Milch
Außerdem:
500 g eingekochte Birnen, abgetropft und in mundgerechte Stücke geschnitten
etwas Butter für die Form
10 Scheiben durchwachsen Speck
Zubereitung:
Eine Auflaufform ausbuttern und mit den Speckscheiben auslegen. Eiweiß mit der Prise Salz zu Schnee schlagen. Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren und nach und nach die Eigelbe unterrühren. Mehl und Backpulver mischen, dazu sieben und unterrühren. Die Milch dazu und den Eischnee unterheben. Zum Schluss die Birnen unterziehen und den fertigen Teig in der Auflaufform auf den Speckscheiben verteilen.
Im vorgeheizten Backofen bei 200°C Ober- und Unterhitze 30 Minuten goldbraun backen.
Birnen und Teig noch warm mit Vanillesoße genießen.
Viel Spaß beim Nachkochen und erzählt mir anschließend gerne, wie es euch geschmeckt hat.
Gestovte Kartoffeln? Im Süden völlig unbekannt, im Norden sehr beliebt zu Fisch und Kurzgebratenem. Heute geht es weiter mit Rezepten aus Omas Kochbuch. Dieses Essen mochte schon die kleine Katie gerne und ich liebe es auch heute noch. Verknüpft mit positiven Erinnerungen an eine liebevolle, behütete Kindheit vermitteln mir Familienrezepte wie diese immer wieder ein wohliges Gefühl von Dankbarkeit und Beständigkeit. Ich kann’s schwer beschreiben. Versteht mich jemand? 🤣
Gestovt bedeutet, dass gekochtes Gemüse in einer cremigen Sauce daher kommt. Entweder in einer Béchamel oder eben wie in diesem Rezept nur mit Milch. Kartoffeln enthalten selbst so viel Stärke, dass man kein Mehl benötigt, um eine sämige Sauce zu erhalten.
So! Jetzt geht’s aber los!
Gestovte Kartoffeln
8 mittelgroße Kartoffeln
1 Esslöffel Butter
1 Zwiebel, fein gewürfelt
200 ml Milch
1 Bund frische Petersilie, fein gehackt
Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss
Zubereitung:
Die Kartoffeln mit der Schale in Salzwasser weich kochen, pellen und in Stücke schneiden. Butter in einen Topf geben und die Zwiebelwürfel darin glasig braten. Sie sollten nicht braun werden. Die Milch hinzufügen, mit Salz und etwas Pfeffer würzen. Die Kartoffelstückchen dazu geben und die gestovten Kartoffeln leise köcheln lassen, bis die Milch ganz cremig geworden ist. Dabei öfter mal umrühren, damit nichts anbrennt. Zum Schluss noch etwas Muskatnuss darüber reiben und die Petersilie unterrühren.
Bei mir gab’s die gestovten Kartoffeln als Beilage zu knusprig panierten Fischstäbchen vom Kabeljaufilet. Einfacher Kopfsalat mit Omas Zitronen-Sahnedressing schmeckt super dazu. Den gab es früher eigentlich oft, ist bei mir aber irgendwie in Vergessenheit geraten. Das ändert sich jetzt wieder!
Omas Zitronen-Sahnedressing
Zutaten:
150 ml Sahne
Saft von 1 Zitrone
etwas abgeriebene Zitronenschale
2 Teelöffel Zucker
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Alle Zutaten gut miteinander verquirlen oder in ein Glas mit Schraubverschluss füllen und kräftig durchschütteln. Dann wird die Sahne leicht geschlagen und das Dressing wird extra fluffig. Süß-sauer abgeschmeckt das Zitronen-Sahnedressing kurz vor dem Servieren über die Kopfsalatblätter gießen und kurz unterheben. Ein paar Röllchen Schnittlauch darüber streuen und guten Appetit!
Also eines steht fest – das gibt‘s jetzt wieder öfter!
Ganz viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken!
Heute geht’s nun endlich weiter mit dem Fischkapitel in Oma Kätes Kochbuch. Unter der klangvollen Überschrift „Matjes Regina“ findet sich ein Rezept meiner Mutter, das hauptsächlich aus Salzheringen und deren Zubehör besteht. Genauer gesagt, jeweils ein Milchner und ein Rogner, also ein männlicher und ein weiblicher Hering inklusive Milch und Rogen. Klingt spannend? Finde ich auch 😃
Die Bezeichnung Matjes für dieses Rezept ist eigentlich meiner Meinung nach nicht richtig, denn als Matjes bezeichnet man die mit Salz fermentierten ganzen, nicht geschlechtsreifen Heringe, die anschließend filetiert in den Verkauf gelangen, während Salzheringe im ganzen, ausgenommen bis auf Milch und Rogen (also geschlechtsreif sind) in einer gesättigten Salzlake eingelegt werden und anschließend mit dieser Sole im Ganzen verkauft werden. Sie sind so sehr lange haltbar, sollten vor dem Verzehr 24 Stunden gewässert werden und dann innerhalb von drei Tagen aufgegessen werden.
Sahnehering aus Salzheringen mit Milch und Rogen
Zutaten:
2 Salzheringe (1 Milchner, 1 Rogner)
2 Becher saure Sahne
Pfeffer
1 Apfel, klein geschnitten
1 Zwiebel, in feine Ringe geschnitten
Zubereitung:
Die Salzheringe von Kopf und Schwanzflosse befreien. Milch und Rogen herausnehmen und kaltstellen. Die Heringe säubern und in reichlich kaltem Wasser 24 Stunden lang wässern. Das Wasser immer mal wieder gegen frisches austauschen. Anschließend die Mittelgräte entfernen, die Fischfilets in mundgerechte Stücke schneiden und zur sauren Sahne in eine Schüssel geben. Rogen und die ebenfalls in kleine Stückchen geschnitten Milch dazugeben und alles gut verrühren. Der Rogen zerfällt dabei und verteilt sich im Sahnehering. Zum Schluss die Äpfel und Zwiebeln entweder unter die Masse heben oder schön darauf drapieren. Etwas frischen Pfeffer darüber mahlen und zu Pell- oder Bratkartoffeln servieren.
Also, dieser Sahnehering ist auf jeden Fall ein deftiger Gruß vom Meer, 😅 soviel kann ich sagen. Ich bevorzuge weiterhin die milderen holländischen Matjesfilets, aber – probiert es einfach mal aus und schreibt mir gerne, was ihr davon haltet.
Dieses Rezept aus Oma Kätes Kochbuch stammt wohl aus den frühen 80er Jahren. Damals waren Gerichte in Mode, die den Anschein erweckten ihren Ursprung weit, weit weg in fernen Ländern zu haben. Rezepte mit klangvollen Namen wie Hähnchencurry Bombay, Pfirsich Melba, Jamaika-Torte oder eben Chinesisch süß-sauer erfreuten sich zunehmender Beliebtheit. Die eigentliche Besonderheit an diesem Essen ist aber der Rotbarsch. Nicht die Art an sich, sondern, dass er im Ganzen daherkommt.
Sicherlich kann man auch einfach Fischfilets für dieses Rezept verwenden, ich wollte es aber unbedingt so nachkochen, wie Oma es aufgeschrieben hat. Beim Fischwagen der Fa. Schott Fischdelikatessen auf dem Kandeler Wochenmarkt war meine Fischbestellung gar kein Problem und ich konnte vergangenen Mittwoch meinen küchenfertigen, geschuppten Fang nach Hause tragen. Dankeschön für die kompetente Beratung an dieser Stelle! Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, was der Rotbarsch für ein schöner Fisch ist. Schaut euch einmal diesen Prachtbursche an. Aber Vorsicht bei der Verarbeitung – er hat spitze Stacheln!
Was die Mengen betrifft, so rechnet man bei Fischfilet ca. 200 g pro Person und bei einem ganzen Fisch etwa 300 g, da hierbei der Anteil an Gräten/Abfall mit berücksichtigt werden muss.
Fisch in süß-saurer Soße
Zutaten:
1 ganzer küchenfertiger Rotbarsch, geschuppt
Öl zum Anbraten
Für die Marinade:
4 Esslöffel Sojasoße
4 Esslöffel Sherry
1 Teelöffel Zucker
1/2 Teelöffel frisch geriebenen Ingwer oder Ingwerpulver
1 Zehe Knoblauch, gepresst
1 Teelöffel Öl
Für die süß-saure Soße:
200 ml Ananassaft
200 ml Orangensaft
100 ml Zitronensaft
4 Esslöffel Tomatenketchup
2 Teelöffel Stärke
etwas Wasser
Salz, Pfeffer und Zucker
Optional Gemüse nach Wahl
Zubereitung:
Alle Zutaten für die Marinade miteinander verrühren. Den Rotbarsch auf beidseitig mehrmals einschneiden, in eine große Schale legen, mit der Marinade übergießen und eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen. Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Reichlich Öl in einer großen Pfanne oder einem Bräter erhitzen und den Fisch drin von jeder Seite 3-5 Minuten anbraten. Den angebratenen Rotbarsch im Backofen fertig garen (je nach Größe des Fisches etwa 30 Minuten pro Kilogramm).
Für die süß-saure Soße die Stärke mit etwas Wasser verrühren. Ananas-, Orangen- und Zitronensaft mit dem Ketchup verrühren, zum Kochen bringen und mit der Stärke abbinden.
Den Sud vom fertigen Rotbarsch hinzufügen und die Soße mit Salz, Pfeffer und Zucker süß-sauer abschmecken.
Ich habe noch Stücke von roter und gelber Paprika, Karotten, Brokkoli und Ananas in der Soße gar ziehen lassen. Dazu gab es Reis. Das Fischfilet von der Mittelgräte nehmen und guten Appetit!
Viel Spaß beim Ausprobieren und eine schöne Woche! 🌷
Dieses Rezept aus Oma Kätes Kochbuch stammt ursprünglich von ihrer Tante Erna. Es eignet sich prima, wenn mal Matjesfilets übrig geblieben sind und man gerade keine essen möchte oder einfach, weil man eben ein großer Fan von sauer Eingelegtem Fisch ist. Die Matjeshappen schmecken prima zu einem Butterbrot oder auch zu Pell- oder Bratkartoffeln. Ich habe sie heute einfach mit frischer Roter Bete, Apfel, Gürkchen und einer zitronigen Schmand-Joghurtsauce zu Pellkartoffeln auf einen Teller gepackt. Ganz simpel, schnell gemacht und unglaublich lecker! 😋
Vor dem Essen kommt allerdings das Einlegen und zwei bis drei Tage sollten die Happen auch noch durchziehen.
Tante Ernas eingelegte Matjeshappen
Zutaten für ein 500 ml Glas:
4 Matjesfilets, in mundgerechte Stücke geschnitten
1 etwas größere Zwiebel, in feine Ringe geschnitten (hier eine rote, dann bekommen die Matjeshappen eine schöne Farbe)
2 Teelöffel Senfsaat
4 Lorbeerblätter
1 Tasse Wasser
1 Tasse Essig
Zucker nach Geschmack
Zubereitung:
Matjesstücke, Zwiebelringe, Senfsaat und Lorbeerblätter abwechselnd in ein Einmachglas schichten. Wasser und Essig zusammen aufkochen und mit etwas Zucker süß-sauer abschmecken. Den heißen Sud über die Matjesstückchen gießen und das Glas sofort fest verschließen. Die Matjeshappen abkühlen lassen und anschließend im Kühlschrank aufbewahren. Sie sind so eine ganze Weile haltbar. Wie lange genau kann ich nicht sagen, da sie hier meistens dann doch recht schnell aufgegessen werden.
Wenn die Happen ein paar Tage durchgezogen haben, einfach mal probieren❣️ Auf die Gabel, fertig, los!
Für meinen bunten Matjesteller braucht ihr folgendes:
Zutaten:
frische Rote Bete, in feine Scheiben gehobelt
Apfel, in kleine Würfel geschnitten
kleine Gewürzgurken
Tante Ernas eingelegte Matjeshappen mit Zwiebeln
Pellkartoffeln
etwas frischen Dill, gehackt
Für die zitronige Schmand-Joghurtsauce:
200 g Schmand
150 g Naturjoghurt
2 Esslöffel Mayonnaise
etwas abgeriebene Zitronenschale
etwas frisch gepressten Zitronensaft
Salz
Pfeffer
etwas Zucker (oder Agavendicksaft, Honig o.ä.)
Zubereitung:
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut miteinander verrühren.
Nun einfach alles zusammen auf einem Teller drapieren und die Sauce darüber verteilen. Lasst es euch schmecken und berichtet mir gerne, ob es euch geschmeckt hat.
Ein weiteres Rezept von unserer Tante Erna findet ihr hier: Heringstopf
Heute machen wir eine kleine kulinarische Zeitreise in die 70er Jahre, der Küche meiner Kindheit. Neben Toast Hawaii, Mettigel und Käsepilz lagen gefüllte Eier auf der Beliebtheitsskala für den gepflegten Samstagabend damals ganz weit vorne. Wenn bloß die Sache mit dem Spritzbeutel nicht wäre. Eine Sorte mag ja noch gehen, aber bei drei Sorten braucht man schon Geduld und sehr, sehr viel Liebe für die Sache. Aber versprochen ist versprochen! Da in Oma Kätes Kochbuch als nächstes die gefüllten Eier dran sind, gibt es sie auch heute. Ich meine mich zu erinnern, dass Oma die Eigelbmasse meistens mit zwei Teelöffeln ins Eiweiß gefriemelt hat, weil sie wohl genauso gerne wie ich mit dem Spritzbeutel gearbeitet hat. Da das Auge ja aber bekanntlich mit isst und hier ja gerade ein Kochbuch entsteht, habe ich heute alles gegeben, um die allerschönsten gefüllten Eier vor die Linse zu bekommen. Ihr könnt beim Nachmachen aber sehr gerne einfach zwei Teelöffel nehmen um eure Eier zu befüllen, das geht auf jeden Fall schneller.
Dreierlei gefüllte Eier
Zutaten für 24 Eihälften:
12 Eier, hartgekocht
5 Esslöffel Mayonnaise
1 Esslöffel Currypulver
150 g Roquefort
4 ml Portwein
2 Esslöffel Tomatenmark
Salz
Pfeffer
Paprikapulver rosenscharf
Zwiebelsalz
Zum Garnieren:
8 Walnusshälften
4 blaue Weintrauben
etwas frische krause Petersilie
Zubereitung:
Die Eier schälen, halbieren und die Eigelbe herauslösen.
Für die Curry-Eier 3 Eigelbe mit mit 4 Esslöffeln Mayonnaise, Curry und etwas Salz vermischen.
Für die Roquefort-Eier 3 weitere Eigelbe mit zerdrücktem Roquefort, Portwein und etwas Pfeffer glattrühren.
Die übrigen 6 Eigelbe mit 1 Esslöffel Mayonnaise, Tomatenmark, Paprikapulver und Zwiebelsalz vermengen.
Die Mischungen mit Hilfe eines Spritzbeutels jeweils in 8 Eihälften füllen. Die Curry-Eier mit halbierten Trauben, die Roqufort-Eier mit Walnusshälften und die Tomaten-Eier mit etwas Petersilie verzieren. Die Eier auf einer Platte anrichten und servieren.
Nun fragt ihr euch vielleicht, was das für ein interessanter Salat ist, der da neben den Eiern liegt. Das ist ein mediteraner Kartoffelsalat, ebenfalls nach einem Rezept aus den bunten 70ern. Den möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Ich brauchte einfach etwas passendes für die freie Fläche in der Mitte meines schicken Eiertellers.
Mediteraner Kartoffelsalat
Zutaten:
500 g Pellkartoffeln vom Vortag, gepellt und in Scheiben geschnitten
1 Handvoll eingelegte Silberzwiebeln aus dem Glas
1 Handvoll grüne Oliven mit Paprikafüllung aus dem Glas
ein paar schwarze Oliven ohne Stein, halbiert
2 Teelöffel Kapern
5 getrocknete Tomaten in Öl, gewürfelt
1 große Tomate, entkernt und in kleine Stücke geschnitten
5 Scheiben Salami, in Stücke geschnitten
Für die Salatsauce:
2 Esslöffel Mayonnaise
2 Esslöffel Schmand
3 Esslöffel Öl von den getrockneten Tomaten
3 Esslöffel Flüssigkeit von den Silberzwiebeln
3 Esslöffel Flüssigkeit von den grünen Oliven mit Paprikafüllung
etwas Flüssigkeit von den Kapern
Salz
Pfeffer
frische Petersilie, fein gehackt
Zubereitung:
Alle Zutaten für die Salatsauce in eine ausreichend große Schüssel geben und miteinander verrühren. Die übrigen Zutaten hinzufügen und alles gut miteinander vermengen. Den Salat am besten über Nacht im Kühlschrank ein paar Stunden durchziehen lassen. Kurz vor dem Servieren nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Nun hoffe ich, dass euch meine kleine Zeitreise gefallen hat falls hier jemand etwas nachkocht, würde ich mich freuen davon zu erfahren. Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.
Asiatische Zutaten und europäische Kochtechnik? Nicht ausschliesslich! Westliche Klassiker neu definiert? Aber klar doch! Kurz: was ich hier in Thailand so für mich und für Gäste koche. Und dazu noch eine ganze Menge Hintergrundinformation.