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Hefeklöße mit Pflaumensoße

Als ich vor ein paar Tagen die ersten Pflaumen gesichtet habe war klar: am Wochenende gibt’s Hefeklöße mit Pflaumensoße! Da habe ich schon drauf gewartet. 😋 Ein weiteres schönes Sommerrezept aus Oma Kätes handgeschriebenem Kochbuch.

Hefeklöße sind die norddeutsche Antwort auf die süddeutschen Dampfnudeln. Optisch sehen sie aus wie Schwestern und sind kaum zu unterscheiden. Hefeklöße sind jedoch, im Gegensatz zu ihren Dampfnudelschwestern, immer süß und werden mit ebenso süßer Pflaumensoße serviert. Außerdem werden sie nicht in Wasser, Butter und Salz gegart, sondern in Milch und Butter. Während Dampfnudeln ja auch super zu Gulasch passen, geht die Kombi zu Hefeklößen eher nicht.

Hefeklöße

Zutaten:

30 g frische Hefe

2 Esslöffel Zucker

500 g Mehl

1/4 Liter warme Milch

2 Eier

1 Prise Salz

Zubereitung:

Vom Zucker einen Teelöffel abnehmen und mit der zerbröckelten Hefe in eine Tasse geben. Etwas vermengen und so lange stehen lassen, bis sich die Hefe verflüssigt hat. Das Mehl mit dem restlichen Zucker, Salz, Milch, Eiern und der vorbereiteten Hefe in eine Rührschüssel geben und zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich in etwa verdoppelt hat. Den Hefeteig nochmals gut durchkneten und in 12 gleich große Stücke teilen. Die Stücke zu Kugeln formen und auf einem bemehlten Holzbrett nochmals mit einem Küchentuch zugedeckt eine halbe Stunde ruhen lassen.

1/4 Liter Milch

20 g Butter

in einem großen Topf aufkochen und die Hefeteiglinge hineinlegen. Deckel drauf und die Hefeklöße bei niedriger Stufe 15 Minuten garen.

Pflaumensoße

Zutaten:

500 g frische Pflaumen, halbiert und entsteint

250 g Trockenpflaumen

1/2 Liter Wasser

60 g Zucker

1 Stange Zimt

abgeriebene Schale einer halben Zitrone

30 g Speisestärke

etwas kaltes Wasser

etwas Butter

Zubereitung:

Pflaumen, Trockenpflaumen, Zucker, Zimtstange, Zitronenschale mit dem Wasser in einen Topf geben und alles einmal aufkochen. Die Speisestärke mit etwas kaltem Wasser verrühren und die Pflaumensoße damit etwas andicken. Zum Schluss ein Eckchen Butter unter die Pflaumensoße rühren und abkühlen lassen.

Nun einen Hefekloß auf einen tiefen Teller legen, in der Mitte aufreißen und die Pflaumensoße darüber verteilen.

Guten Appetit und eine schöne, entspannte Woche! 🌸

Birnen und Teig

Hier gibt’s heute ein weiteres Rezept aus dem handgeschriebenen Kochbuch meiner lieben Oma Käte. Wie schon mehrfach in früheren Beiträgen erwähnt, kam Oma in Ramstedt, einem kleinen Dorf bei Husum, zur Welt. Sie wuchs also im hohen Norden auf und dem entsprechend norddeutsch sind auch unsere Familienrezepte. Ein allseits beliebtes ist Birnen und Teig. Das Zusammenspiel von salzigem Speck und den süßen Birnen macht dieses Gericht sehr besonders. Im Norden unseres Landes gibt es einige Rezepte, die fruchtige Süße mit herzhaft salzigem kombinieren. Rosinenstuten mit Butter und Katenschinken zum Beispiel oder der gute alte Mehlbeutel mit geräuchertem, durchwachsenen Speck und Stachelbeersauce. Das schmeckt aber auch alles lecker zusammen, sage ich euch! Probiert das unbedingt aus!

Grundlage für unsere Birnen im Teig sind Omas eingekochte Birnen mit Kardamom. Hiermit geht’s jetzt los.

Oma Kätes Kardamom-Birnen

Zutaten:

2 kg feste Birnen, geschält und geviertelt 

1 kg Zucker 

500 ml Weinessig 

2-3 Kardamomkapseln pro Einmachglas

1/4 Vanillestange pro Einmachglas 

1 Nelke pro Einmachglas  

Zubereitung:

Birnen auf Einmachgläser deiner Wahl verteilen und jeweils eine Nelke in jedes Glas geben.

Den Essig mit dem Zucker aufkochen. Die aufgeklopften Kardamomkapseln und die der Länge nach halbierten und in Stücke geschnittenen Vanilleschoten hinzufügen und kurz mit köcheln lassen. Den Herd ausschalten und den Sud etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Die Essigmischung in die Einmachgläser füllen, so dass die Birnen gut bedeckt sind und die Gewürze auf die einzelnen Gläser verteilen. Die Einmachgläser fest verschließen und auf ein tiefes Backblech stellen. Heißes Wasser in das Blech füllen (ca. 2-3 cm hoch) und die Birnen im Backofen bei 200°C so lange einkochen, bis kleine Bläschen in den Gläsern aufsteigen. In Omas Rezept steht, man soll die Birnen so lange kochen, bis sie rot sind. Ja, Omas eingekochte Birnen waren rot. Ich nehme an, dass der Grund dafür eine bestimmte Birnensorte war, denn unser Birnen wollen einfach nicht rot werden. Leider kann ich Oma nicht mehr fragen, aber falls hier jemand von euch eine Idee hat, gerne her damit! 

Birnen und Teig

Zutaten für den Teig:

100 g Butter

50 g Zucker

1 Teelöffel Vanillezucker 

3 Eier, getrennt 

1 gute Prise Salz 

200 g Mehl

1 gehäufter Teelöffel Backpulver 

3 Esslöffel Milch

Außerdem:

500 g eingekochte Birnen, abgetropft und in mundgerechte Stücke geschnitten 

etwas Butter für die Form

10 Scheiben durchwachsen Speck

Zubereitung:

Eine Auflaufform ausbuttern und mit den Speckscheiben auslegen. Eiweiß mit der Prise Salz zu Schnee schlagen. Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren und nach und nach die Eigelbe unterrühren. Mehl und Backpulver mischen, dazu sieben und unterrühren. Die Milch dazu und den Eischnee unterheben. Zum Schluss die Birnen unterziehen und den fertigen Teig in der Auflaufform auf den Speckscheiben verteilen.

Im vorgeheizten Backofen bei 200°C Ober- und Unterhitze 30 Minuten goldbraun backen. 

Birnen und Teig noch warm mit Vanillesoße genießen.

Viel Spaß beim Nachkochen und erzählt mir anschließend gerne, wie es euch geschmeckt hat. 

Gestovte Kartoffeln und Kopfsalat mit Zitronen-Sahne zum Fisch

Gestovte Kartoffeln? Im Süden völlig unbekannt, im Norden sehr beliebt zu Fisch und Kurzgebratenem. Heute geht es weiter mit Rezepten aus Omas Kochbuch. Dieses Essen mochte schon die kleine Katie gerne und ich liebe es auch heute noch. Verknüpft mit positiven Erinnerungen an eine liebevolle, behütete Kindheit vermitteln mir Familienrezepte wie diese immer wieder ein wohliges Gefühl von Dankbarkeit und Beständigkeit. Ich kann’s schwer beschreiben. Versteht mich jemand? 🤣

Gestovt bedeutet, dass gekochtes Gemüse in einer cremigen Sauce daher kommt. Entweder in einer Béchamel oder eben wie in diesem Rezept nur mit Milch. Kartoffeln enthalten selbst so viel Stärke, dass man kein Mehl benötigt, um eine sämige Sauce zu erhalten.

So! Jetzt geht’s aber los! 

Gestovte Kartoffeln

8 mittelgroße Kartoffeln 

1 Esslöffel Butter 

1 Zwiebel, fein gewürfelt 

200 ml Milch

1 Bund frische Petersilie, fein gehackt

Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Die Kartoffeln mit der Schale in Salzwasser weich kochen, pellen und in Stücke schneiden. Butter in einen Topf geben und die Zwiebelwürfel darin glasig braten. Sie sollten nicht braun werden. Die Milch hinzufügen, mit Salz und etwas Pfeffer würzen. Die Kartoffelstückchen dazu geben und die gestovten Kartoffeln leise köcheln lassen, bis die Milch ganz cremig geworden ist. Dabei öfter mal umrühren, damit nichts anbrennt. Zum Schluss noch etwas Muskatnuss darüber reiben und die Petersilie unterrühren.

Bei mir gab’s die gestovten Kartoffeln als Beilage zu knusprig panierten Fischstäbchen vom Kabeljaufilet. Einfacher Kopfsalat mit Omas Zitronen-Sahnedressing schmeckt super dazu. Den gab es früher eigentlich oft, ist bei mir aber irgendwie in Vergessenheit geraten. Das ändert sich jetzt wieder!

Omas Zitronen-Sahnedressing

Zutaten:

150 ml Sahne

Saft von 1 Zitrone

etwas abgeriebene Zitronenschale 

2 Teelöffel Zucker

Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Alle Zutaten gut miteinander verquirlen oder in ein Glas mit Schraubverschluss füllen und kräftig durchschütteln. Dann wird die Sahne leicht geschlagen und das Dressing wird extra fluffig. Süß-sauer abgeschmeckt das Zitronen-Sahnedressing kurz vor dem Servieren über die Kopfsalatblätter gießen und kurz unterheben. Ein paar Röllchen Schnittlauch darüber streuen und guten Appetit!

Also eines steht fest – das gibt‘s jetzt wieder öfter!

Ganz viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken!

Tante Ernas eingelegte Matjeshappen

Dieses Rezept aus Oma Kätes Kochbuch stammt ursprünglich von ihrer Tante Erna. Es eignet sich prima, wenn mal Matjesfilets übrig geblieben sind und man gerade keine essen möchte oder einfach, weil man eben ein großer Fan von sauer Eingelegtem Fisch ist. Die Matjeshappen schmecken prima zu einem Butterbrot oder auch zu Pell- oder Bratkartoffeln. Ich habe sie heute einfach mit frischer Roter Bete, Apfel, Gürkchen und einer zitronigen Schmand-Joghurtsauce zu Pellkartoffeln auf einen Teller gepackt. Ganz simpel, schnell gemacht und unglaublich lecker! 😋

Vor dem Essen kommt allerdings das Einlegen und zwei bis drei Tage sollten die Happen auch noch durchziehen.

Tante Ernas eingelegte Matjeshappen

Zutaten für ein 500 ml Glas:

4 Matjesfilets, in mundgerechte Stücke geschnitten

1 etwas größere Zwiebel, in feine Ringe geschnitten (hier eine rote, dann bekommen die Matjeshappen eine schöne Farbe)

2 Teelöffel Senfsaat

4 Lorbeerblätter

1 Tasse Wasser

1 Tasse Essig

Zucker nach Geschmack

Zubereitung:

Matjesstücke, Zwiebelringe, Senfsaat und Lorbeerblätter abwechselnd in ein Einmachglas schichten. Wasser und Essig zusammen aufkochen und mit etwas Zucker süß-sauer abschmecken. Den heißen Sud über die Matjesstückchen gießen und das Glas sofort fest verschließen. Die Matjeshappen abkühlen lassen und anschließend im Kühlschrank aufbewahren. Sie sind so eine ganze Weile haltbar. Wie lange genau kann ich nicht sagen, da sie hier meistens dann doch recht schnell aufgegessen werden.

Wenn die Happen ein paar Tage durchgezogen haben, einfach mal probieren❣️
Auf die Gabel, fertig, los!

Für meinen bunten Matjesteller braucht ihr folgendes:

Zutaten:

frische Rote Bete, in feine Scheiben gehobelt

Apfel, in kleine Würfel geschnitten

kleine Gewürzgurken

Tante Ernas eingelegte Matjeshappen mit Zwiebeln

Pellkartoffeln

etwas frischen Dill, gehackt

Für die zitronige Schmand-Joghurtsauce:

200 g Schmand

150 g Naturjoghurt

2 Esslöffel Mayonnaise

etwas abgeriebene Zitronenschale

etwas frisch gepressten Zitronensaft

Salz

Pfeffer

etwas Zucker (oder Agavendicksaft, Honig o.ä.)

Zubereitung:

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut miteinander verrühren.

Nun einfach alles zusammen auf einem Teller drapieren und die Sauce darüber verteilen. Lasst es euch schmecken und berichtet mir gerne, ob es euch geschmeckt hat.

Ein weiteres Rezept von unserer Tante Erna findet ihr hier: Heringstopf