Bevor es mit Omas Fischrezepten weitergeht, heute mal zur Abwechslung etwas Süßes fürs Gemüt. Es gibt Tage, da braucht es einfach tröstendes Soul Food. Was gibt es da besseres, als einen warmen, cremigen Brei voller Kindheitserinnerungen? Mit einem ordentlichen Stück Butter in der Mitte, das langsam vor sich hinschmilzt und oben drauf eine stattliche Portion Zimtzucker. Jaaaaaaa! Mögen wir! ☺️
Irgendwie habe ich aktuell das Gefühl, jeder Tag ist gerade ein Milchreistag. Man kann gar nicht so viel Wohlfühlessen in sich rein schaufeln, wie man Trost bräuchte.
Wenn es euch ähnlich geht, hier ist unser Kopf-hoch-Rezept. Umarmungen zum Löffeln sozusagen.
Milchreis
Zutaten:
1 Liter Milch
1 Tasse Milchreis
1 ordentliche Prise Salz
etwas dünn abgeschälte Zitronenschale
Ausserdem:
1 Teelöffel Butter pro Portion
Zimtzucker
eingemachte Pfirsiche (oder Obst, das ihr am liebsten esst)
Zubereitung:
Die Milch mit Salz und Zitronenschale zum Kochen bringen. Den Milchreis hinzufügen und die Temperatur der Kochplatte etwas reduzieren. Den Milchreis unter regelmäßigem Rühren so lange leise köcheln lassen, bis er gar ist und eine schöne, cremige Konsistenz erreicht hat.
Den fertigen, heißen Milchreis in eine Schüssel füllen, eine Kuhle in die Breimitte drücken und ein Stückchen Butter darin versenken. Zimtzucker nach Geschmack darüber streuen und schauen, wie sich die geschmolzene Butter ihren Weg zum Rand bahnt 🥰. Wir essen am liebsten eingemachte Pfirsiche dazu.
Fühlt euch umarmt und habt noch einen entspannten Restsonntag❣️
Hier gibt’s noch eine vegane Alternative und die passenden eingemachten Pfirsiche zum Reis und falls ihr Milchreis übrig habt, hier noch ein Rezept für leckere Resteverwertung.
Dieses Rezept aus Oma Kätes Kochbuch stammt ursprünglich von ihrer Tante Erna. Es eignet sich prima, wenn mal Matjesfilets übrig geblieben sind und man gerade keine essen möchte oder einfach, weil man eben ein großer Fan von sauer Eingelegtem Fisch ist. Die Matjeshappen schmecken prima zu einem Butterbrot oder auch zu Pell- oder Bratkartoffeln. Ich habe sie heute einfach mit frischer Roter Bete, Apfel, Gürkchen und einer zitronigen Schmand-Joghurtsauce zu Pellkartoffeln auf einen Teller gepackt. Ganz simpel, schnell gemacht und unglaublich lecker! 😋
Vor dem Essen kommt allerdings das Einlegen und zwei bis drei Tage sollten die Happen auch noch durchziehen.
Tante Ernas eingelegte Matjeshappen
Zutaten für ein 500 ml Glas:
4 Matjesfilets, in mundgerechte Stücke geschnitten
1 etwas größere Zwiebel, in feine Ringe geschnitten (hier eine rote, dann bekommen die Matjeshappen eine schöne Farbe)
2 Teelöffel Senfsaat
4 Lorbeerblätter
1 Tasse Wasser
1 Tasse Essig
Zucker nach Geschmack
Zubereitung:
Matjesstücke, Zwiebelringe, Senfsaat und Lorbeerblätter abwechselnd in ein Einmachglas schichten. Wasser und Essig zusammen aufkochen und mit etwas Zucker süß-sauer abschmecken. Den heißen Sud über die Matjesstückchen gießen und das Glas sofort fest verschließen. Die Matjeshappen abkühlen lassen und anschließend im Kühlschrank aufbewahren. Sie sind so eine ganze Weile haltbar. Wie lange genau kann ich nicht sagen, da sie hier meistens dann doch recht schnell aufgegessen werden.
Wenn die Happen ein paar Tage durchgezogen haben, einfach mal probieren❣️ Auf die Gabel, fertig, los!
Für meinen bunten Matjesteller braucht ihr folgendes:
Zutaten:
frische Rote Bete, in feine Scheiben gehobelt
Apfel, in kleine Würfel geschnitten
kleine Gewürzgurken
Tante Ernas eingelegte Matjeshappen mit Zwiebeln
Pellkartoffeln
etwas frischen Dill, gehackt
Für die zitronige Schmand-Joghurtsauce:
200 g Schmand
150 g Naturjoghurt
2 Esslöffel Mayonnaise
etwas abgeriebene Zitronenschale
etwas frisch gepressten Zitronensaft
Salz
Pfeffer
etwas Zucker (oder Agavendicksaft, Honig o.ä.)
Zubereitung:
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut miteinander verrühren.
Nun einfach alles zusammen auf einem Teller drapieren und die Sauce darüber verteilen. Lasst es euch schmecken und berichtet mir gerne, ob es euch geschmeckt hat.
Ein weiteres Rezept von unserer Tante Erna findet ihr hier: Heringstopf
Heute machen wir eine kleine kulinarische Zeitreise in die 70er Jahre, der Küche meiner Kindheit. Neben Toast Hawaii, Mettigel und Käsepilz lagen gefüllte Eier auf der Beliebtheitsskala für den gepflegten Samstagabend damals ganz weit vorne. Wenn bloß die Sache mit dem Spritzbeutel nicht wäre. Eine Sorte mag ja noch gehen, aber bei drei Sorten braucht man schon Geduld und sehr, sehr viel Liebe für die Sache. Aber versprochen ist versprochen! Da in Oma Kätes Kochbuch als nächstes die gefüllten Eier dran sind, gibt es sie auch heute. Ich meine mich zu erinnern, dass Oma die Eigelbmasse meistens mit zwei Teelöffeln ins Eiweiß gefriemelt hat, weil sie wohl genauso gerne wie ich mit dem Spritzbeutel gearbeitet hat. Da das Auge ja aber bekanntlich mit isst und hier ja gerade ein Kochbuch entsteht, habe ich heute alles gegeben, um die allerschönsten gefüllten Eier vor die Linse zu bekommen. Ihr könnt beim Nachmachen aber sehr gerne einfach zwei Teelöffel nehmen um eure Eier zu befüllen, das geht auf jeden Fall schneller.
Dreierlei gefüllte Eier
Zutaten für 24 Eihälften:
12 Eier, hartgekocht
5 Esslöffel Mayonnaise
1 Esslöffel Currypulver
150 g Roquefort
4 ml Portwein
2 Esslöffel Tomatenmark
Salz
Pfeffer
Paprikapulver rosenscharf
Zwiebelsalz
Zum Garnieren:
8 Walnusshälften
4 blaue Weintrauben
etwas frische krause Petersilie
Zubereitung:
Die Eier schälen, halbieren und die Eigelbe herauslösen.
Für die Curry-Eier 3 Eigelbe mit mit 4 Esslöffeln Mayonnaise, Curry und etwas Salz vermischen.
Für die Roquefort-Eier 3 weitere Eigelbe mit zerdrücktem Roquefort, Portwein und etwas Pfeffer glattrühren.
Die übrigen 6 Eigelbe mit 1 Esslöffel Mayonnaise, Tomatenmark, Paprikapulver und Zwiebelsalz vermengen.
Die Mischungen mit Hilfe eines Spritzbeutels jeweils in 8 Eihälften füllen. Die Curry-Eier mit halbierten Trauben, die Roqufort-Eier mit Walnusshälften und die Tomaten-Eier mit etwas Petersilie verzieren. Die Eier auf einer Platte anrichten und servieren.
Nun fragt ihr euch vielleicht, was das für ein interessanter Salat ist, der da neben den Eiern liegt. Das ist ein mediteraner Kartoffelsalat, ebenfalls nach einem Rezept aus den bunten 70ern. Den möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Ich brauchte einfach etwas passendes für die freie Fläche in der Mitte meines schicken Eiertellers.
Mediteraner Kartoffelsalat
Zutaten:
500 g Pellkartoffeln vom Vortag, gepellt und in Scheiben geschnitten
1 Handvoll eingelegte Silberzwiebeln aus dem Glas
1 Handvoll grüne Oliven mit Paprikafüllung aus dem Glas
ein paar schwarze Oliven ohne Stein, halbiert
2 Teelöffel Kapern
5 getrocknete Tomaten in Öl, gewürfelt
1 große Tomate, entkernt und in kleine Stücke geschnitten
5 Scheiben Salami, in Stücke geschnitten
Für die Salatsauce:
2 Esslöffel Mayonnaise
2 Esslöffel Schmand
3 Esslöffel Öl von den getrockneten Tomaten
3 Esslöffel Flüssigkeit von den Silberzwiebeln
3 Esslöffel Flüssigkeit von den grünen Oliven mit Paprikafüllung
etwas Flüssigkeit von den Kapern
Salz
Pfeffer
frische Petersilie, fein gehackt
Zubereitung:
Alle Zutaten für die Salatsauce in eine ausreichend große Schüssel geben und miteinander verrühren. Die übrigen Zutaten hinzufügen und alles gut miteinander vermengen. Den Salat am besten über Nacht im Kühlschrank ein paar Stunden durchziehen lassen. Kurz vor dem Servieren nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Nun hoffe ich, dass euch meine kleine Zeitreise gefallen hat falls hier jemand etwas nachkocht, würde ich mich freuen davon zu erfahren. Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.
Spätestens bei diesem Rezept aus Oma Kätes Kochbuch wird klar, Oma stammt aus dem hohen Norden. Genauer gesagt, aus Ramstedt, einem kleinen Dorf bei Husum. Hier werden die Nordseekrabben selbstverständlich direkt vom Kutter geholt und natürlich selber gepult. Die Schalen kommen mit Wasser bedeckt in einen Topf und werden ausgekocht. Nachdem sie noch etwas durchgezogen sind, bildet ihr Sud neben einer selbst gekochter Knochenbrühe die Basis für Omas Krabbensuppe.
Da wir in Süddeutschland allerdings froh sein können, wenn wir hier überhaupt frische Nordseekrabben bekommen und diese dann natürlich schon naschfertig gepult sind, nehmen wir entweder Krustentierfond aus dem Glas oder wir lassen ihn einfach weg. Ich habe statt dessen etwas mehr Krustentierpaste genommen, das geht auch. Kochen wir also zuerst die Knochenbrühe. Das kann man sehr gut schon am Vortag erledigen und sollte nach der Zubereitung der Krabbensuppe etwas davon übrig bleiben, eignet sie sich prima zur Weiterverwendung in einem deftigen Eintopf.
Für die Knochenbrühe:
6 Rinderknochen
1 Bund Suppengrün, klein geschnitten
2-3 Lorbeerblätter
1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner
1 Zwiebel, halbiert mit Schale
2 Teelöffel Salz
2 Esslöffel Essig
2 Liter Wasser
Zubereitung:
Alle Zutaten in einen großen Topf geben und aufkochen. Den Schaum der sich dabei oben bildet kann man abschöpfen, muss man aber nicht. Da die Krabbensuppe eine Cremesuppe ist, muss die Rinderbrühe nicht unbedingt klar sein. Die Knochenbrühe mindestens zwei Stunden leise simmern lassen (gerne auch länger). Einfach mal probieren, wenn sie lecker ist, ist sie fertig.
Krabbensuppe
Zutaten für 4 Personen:
1 Esslöffel Butter
1 Esslöffel Mehl
1 Esslöffel Krustentierpaste
1 halber Esslöffel Tomatenmark
1,5 Liter Knochenbrühe, gesiebt
1 Tasse Erbsen (frisch oder TK)
8 Stangen weißen Spargel (frisch oder TK), in Stücke geschnitten
100 ml Sahne
1 Schuss Cognac (optimal)
1 Prise Zucker
Salz
schwarzer Pfeffer
1-2 Spritzer Tabasco
etwas Cayennepfeffer
200 g Nordseekrabben
Zubereitung:
Die Butter in einem ausreichend großen Topf zerlassen. Krustentierpaste, Tomatenmark und das Mehl hinzufügen und alles kurz anschwitzen. Nach und nach unter ständigem Rühren die Knochenbrühe dazugeben. Erbsen und Spargel in der Suppe 10 Minuten gar kochen. Die Suppe mit Sahne, Cognac und den Gewürzen verfeinern.
In jeden Suppenteller 50 g Krabbenfleisch geben und mit der heißen Suppe übergießen. Zuletzt mit einem Tupfer Schlagsahne und frisch gehackter Petersilie oder etwas Dill garnieren.
Guten Appetit!
Lasst es euch schmecken und habt eine schöne Woche!
Mir hat’s geschmeckt! 😋 Fast wie bei Oma❣️
Am nächsten Wochenende geht es dann weiter mit Oma Kätes Kochbuch und einem beliebten Klassiker aus vergangenen Tagen. Freut euch auf dreierlei gefüllte Eier.
Weiter geht’s mit Oma Kätes Kochbuch. Spätestens heute wird klar, Oma Kätes Kochbuch hat Rubriken und wir befinden uns ganz am Anfang in der Kategorie SUPPEN. Kurz hatte ich überlegt, nicht der Reihen nach alle Rezepte aus Omas handgeschriebenem Kochbuch durchzukochen, sondern hier und da aus den unterschiedlichen Themenbereichen irgendetwas auszuwählen, um etwas Abwechslung ins Projekt zu bringen. Diesen Gedanken habe ich aber verworfen, weil ich dann ganz sicher anfange nach meinem persönlichen Geschmack nur die Rezepte auszuwählen, die mir besonders lecker erscheinen. Genau so soll’s eben nicht sein. Alle Rezepte heißt auch ALLE, ohne Ausnahme. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt 🤣 und das bestimmt die Reihenfolge. Heute ist das Omas Sauerkrautsuppe.
Oma Kätes Sauerkrautsuppe
Zutaten:
1 Esslöffel Öl zum Anbraten
300 g Hackfleisch
1 Zwiebel, fein gewürfelt
3 Zehen Knoblauch
1 Esslöffel Tomatenmark
500 ml Brühe
4 Kartoffeln, geschält und gewürfelt
1 Glas Tomatenpaprika in Streifen (320 g)
500 g Sauerkraut
1 Prise Zucker
etwas Paprikapulver edelsüß
Salz
Pfeffer
Ausserdem zum Toppen:
Saure Sahne
frisch Petersilie, fein gehackt
Zubereitung:
Das Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig braten. Die Zwiebelwürfel dazugeben und den Knoblauch hinzupressen. Alles gut anbraten. Auf dem Topfboden etwas Platz freimachen und das Tomatenmark dort kurz anrösten. Die Brühe angießen und die Kartoffeln hinzufügen. Den Topf mit einem Deckel verschließen und die Kartoffeln etwa 10 Minuten garen. Anschließend die Tomatenpaprikasreifen mit ihrer Flüssigkeit und das Sauerkraut untermengen. Die Sauerkrautsuppe mit Salz, Pfeffer Zucker und Paprikapulver abschmecken. Die Suppe auf Teller verteilen und wer mag, kann noch jede Portion mit einen Klecks saurer Sahne toppen. Bisschen Peterle daraufstreuen und schon kann gegessen werden.
Guten Appetit❣️
Einen Vorteil hat es auf jeden Fall, dass hier strickt nach der Reihe gekocht wird – ich kann euch jetzt schon verraten, dass es nächste Woche Omas Krabbensuppe geben wird.
Das Projekt „Einmal Oma Kätes handgeschriebenes Kochbuch von vorne bis hinten durchkochen“ geht in die zweite Runde. Fast wäre ich schon raus gewesen beim heutigen Rezept, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, wie dieses Süppchen lecker werden soll. Allerdings hat jeder, dem ich von der dazugehörigen Zutatenliste erzählt habe, geantwortet: „Schmelzkäseecken? Das kann nur gut werden!“ 🤣
Außerdem dachte ich mir, wenn es dieses Rezept in dieses Buch geschafft hat, dann nur weil es besonders gut geschmeckt hat. Anonsten hätte sich Oma nicht die Mühe gemacht es aufzuschreiben.
Und was soll ich sagen – nachdem ich die Suppe Berner Land nun probiert habe, kann ich gut verstehen, dass sie einen Platz in Omas Kochbuch erhalten hat. Völlig zu Recht! Solltet ihr sie ausprobieren teilt mir gerne mit, ob bzw. wie sie euch geschmeckt hat. 😊
Suppe Berner Land
Zutaten für 4 Personen:
1 Esslöffel Butter
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 Esslöffel Mehl
1 Liter Brühe
2 Schmelzkäseecken Salami
etwas Zitronensaft
etwas abgeriebene Zitronenschale
1 Prise Zucker
Salz und Pfeffer
frische gehackte Petersilie
4 Scheiben Salami, kleingeschnitten
Zubreitung:
Die Butter in einem ausreichend großen Topf schmelzen. Das Mehl einrühren und kurz etwas anschwitzen. Es sollte keine Farbe bekommen. Nach und nach unter ständigem Rühren die Brühe angießen. Zwischendurch immer kurz köcheln lassen. Die Schmelzkäseecken dazugeben und in der Suppe schmelzen lassen. Ich habe die Suppe kurz mit dem Pürierstab etwas aufgeschäumt. Anschließend die Salamistückchen hinzufügen und die Suppe mit Zitronensaft, etwas Zitronenschale, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Am besten vor dem Servieren noch kurz durchziehen lassen, damit die Salamistückchen etwas Zeit haben, ihr Aroma in die Suppe abzugeben. Zum Schluss die gehackte Petersilie unterrühren.
Guten Appetit❣️
Bei mir gab es noch selbstgebackene Käsekräcker dazu. Das Rezept möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Käsekräcker
Zutaten für zwei Bleche:
125 g Dinkelvollkornmehl
1 Esslöffel Butter
1 Esslöffel Quark
75 g Parmesan, gerieben
1 Ei
1 Teelöffel Rosmarin, getrocknet
1/2 Teelöffel Paprikapuver edelsüß
1 Prise Salz
Pfeffer, frisch gemahlen
Außerdem:
etwas Wasser zum Bepinseln
4 Esslöffel Sesamsaat
2 Esslöffel Schwarzkümmelsaat
1 Zweig Rosmarin, frisch
Zubereitung:
Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Eventuell etwas Mehl oder Wasser hinzufügen, je nachdem, wie euer Teig sich anfühlt. Er sollte sich ohne zu kleben zu einer Rolle von etwa 4 cm Durchmesser rollen lassen. Die Sesam- und Schwarzkümmelkörner auf ein Stück Frischhaltefolie (etwas länger als eure Teigrolle) streuen. Die Teigrolle mit Wasser bepinseln und in den Saaten wälzen, so dass sie rundherum davon bedeckt ist. Die Rolle in die Frischhaltefolie einwickeln und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
Anschließend den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen. Von der Teigrolle ca. 5 mm dicke Scheiben abschneiden und diese mit etwas Abstand auf das vorbereitete Backblech legen. Die Kräcker oben mit etwas Wasser bepinseln und mit ein paar frischen Rosmarinblättchen und Sesam-/Schwarzkümmelkörnchen belegen. Das Käsegebäck für ca. 20 Minuten golbraun backen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachkochen und-backen und habt eine entspannte Woche! 🌸
Wer schon einmal im handgeschriebene Kochbuch einer Großmutter geblättert hat, der weiß, dass das Nachkochen der Rezepte oftmals nicht ganz einfach ist. Die erste Hürde ist meistens schon die Handschrift in Sütterlin. Sollte es einem gelungen sein, diese zu entziffern, lässt das nächste Problem nicht lange auf sich warten. Wieviel und wie genau kommen die aufgelisteten Zutaten ins Gericht? Häufig stehen nur einzelne Zutaten, wenn man Glück hat mit Mengenangaben da, jedoch fehlt die komplette Anleitung. Auch Temperaturangaben und Back-/Kochzeiten sucht man vergebens. Die wusste Oma einfach, das alles musste sie sich nicht aufschreiben. Denn eines darf man nicht vergessen, aufgeschrieben hat sie die Rezepte nicht für ihre Nachkommen, sondern in erster Linie für sich selbst. Es sind ihre privaten Notizen, die dieses Buch zu einem ganz besonderen, wertvollen Schatz machen.
Das Kochbuch unserer lieben Oma Käte liegt jetzt in meinen Händen und mein Plan für 2026 ist, alle Rezepte in diesem Werk von vorne bis hinten einmal durchzukochen und am Ende dieser Aktion ein Familienkochbuch in den Druck zu geben. Einfach damit all diese traditionellen Leckereien voller wärmender Erinnerungen nicht vergessen werden und so auch den Speiseplan nachrückender Generationen problemlos bereichern.
Heute geht’s los auf Seite eins – es gibt saure Eier.
Saure Eier
Zutaten für 4 Personen:
1 Esslöffel Butter
1 Esslöffel Mehl
etwa 300 ml Brühe
1 guter Schuss Essig
Zucker nach Geschmack
Salz
Pfeffer
8 Eier
Zubereitung:
Die Butter in einem Topf zerlassen. Das Mehl dazu geben und alles kurz anschwitzen. Nach und nach unter ständigem Rühren die Brühe angießen, bis die Soße eine schöne Konsistenz hat. Ein Lorbeerblatt dazu geben und mit Essig, Zucker, Salz und Pfeffer herzhaft süß-sauer abschmecken. Die Sauce etwa 5 Minuten leise köcheln lassen. Anschließend die Eier aufschlagen und vorsichtig in die Soße plumpsen lassen.
Den Topf mit einem Deckel verschließen und die Eier bei niedriger Temperatur circa 6-7 Minuten in dem Sößchen gar ziehen lassen.
Die zweite Möglichkeit wäre, einfach abgepellte gekochte Eier in die Sauce zu geben. Ist beides lecker! 😊
Die Sauren Eier mit Salzkartoffeln und Salat servieren und genießen.
Freut euch auf viele weitere Rezepte von Oma Käte und wenn ihr nichts von diesem Küchenabenteuer verpassen möchte, folgt mir gerne! Habt eine schöne Woche! 🌼
Diesen Auflauf habe ich wahrscheinlich seit 30 Jahren nicht mehr gekocht. Dabei haben wir den damals geliebt und es gab ihn wirklich oft. Als er mir nun neulich wieder in den Sinn kam, konnte ich es kaum abwarten ihn endlich wieder aus meinen Backofen zu ziehen! Ja, und da isser! Ein prächtiger, verheißungsvoll duftender Porreeauflauf! Ursprünglich bleib dieser Auflauf fleischfrei, aber ich hatte noch zwei frische Nürnberger Bratwürstchen im Kühlschrank, die dringend weg mussten. So verstecken sich in dieser eigentlich vegetarischen Mahlzeit heute ausnahmsweise ein paar kleine Fleischbällchen. Wer sie nicht möchte, lässt sie einfach weg.
Vor dem Essen steht das Kochen 😊 also kommen wir zur Zubereitung.
Porreeauflauf
Zutaten:
4 Stangen Porree, in Ringe geschnitten
2 Knoblauchzehen, fein geschnitten
2 Esslöffel Öl (ich habe Rapsöl mit Butteraroma genommen)
1 guten Schuss Weißwein (optimal)
etwa 300 ml Gemüsebrühe
2 Becher Saure Sahne
Salz
Pfeffer
etwas Muskatnuss
etwas Sojasauce dunkel
300-400 g Nudeln eurer Wahl (bei mir Vollkornnudeln und Rote-Linsennudeln, weil sie einfach gerade da waren)
2 – 3 Handvoll geriebener Käse
Optional gebratene Fleischbällchen aus 2 frischen Bratwürstchen
Zubereitung:
Die Nudeln in reichlich Salzwasser gar kochen, abgießen und in eine Auflaufform geben.
Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Das Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und den Porree darin anbraten. Er kann ruhig stellenweise eine goldgelbe Färbung bekommen. Den Knoblauch leicht mit anschwitzen. Der sollte nicht zu dunkel werden, weil er dann schnell bitter wird. Die Saure Sahne unterrühren und die Gemüsebrühe dazugeben. Die Gemüsemasse mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Sojasauce abschmecken. Nun eventuell die Fleischbällchen zu den Nudeln legen und die Porreemasse darüber verteilen. Den Auflauf mit geriebenem Käse bestreuen und im vorgeheizten Backofen etwa 20 Minuten goldbraun backen.
Guten Appetit und eine angenehme Woche! 💚
Sollte jemand diesen Auflauf nachkochen, sagt mir gerne, ob er euch auch so gut geschmeckt hat wie uns.
Das neue Jahr mit fluffigem Hefegebäck zu beginnen hat eine lange Tradition. Ob es nun die klassische Neujahrsbrezel ist, oder süßes Gebildegebäck wie zum Beispiel meine Neujahrskränze. Das ist einfach Geschmacksache. Letztere eignen sich sehr gut zum Verschenken.
In diesem Jahr habe ich mich für einen nordischen Kardamomknoten entschieden, denn wer hier schon öfter mal reingeschaut hat, der weiß vielleicht, dass mein absolutes Lieblingsgewürz Kardamom ist. Liiiiieeeeebe ich❣️Es passt hevorragend in süße Brote, zu Zitrusfrüchten und zu Schokolade. Und weil das so ist, habe ich die Stränge meines Knotens, neben Kardamom mit fein gehacktem Orangeat und Schokolade gefüllt. Für den Jahresbeginn soll es nur das Allerfeinste vom Allerbesten sein und deshalb habe ich mich beim Teig für den“guten Hefeteig“ aus Oma Kätes handgeschriebenem Kochbuch entschieden. Also, ich denke, besser kannste das nicht machen 😁.
Katies Kardamomknoten
Zutaten (für den Teig):
500 g Dinkelmehl
1 Päckchen Trockenhefe
75 g Zucker
1 Prise Salz
1 Teelöffel Kardamom, gemahlen
1 Messerspitze Zimt, gemahlen
1 gute Prise Salz
125 g Butter, gschmolzen und gebräunt
250 ml Milch
6 Eigelb (wer keine Eiweiß übrig haben möchte, der nimmt einfach 3 Eier)
Für die Füllung:
2 Esslöffel Orangeat, feingehackt
1 Teelöffel Kardamom, gemahlen
125 g weiche Butter
100 g Schokotröpfchen, zartbitter
Ausserdem:
1 Eigelb mit etwas Milch verquirt zum Bestreichen
1 Handvoll Hagelzucker
Zubereitung:
Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und am besten mit einer Küchenmaschine zu einem glatten Hefeteig verarbeiten. Die Schüssel mit dem Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich in etwa verdoppelt hat. Den Teig auf eine bemehlte Fläche geben und zu einem ca. 30 x 40 cm großen Rechteck ausrollen. Für die Füllung die weiche Butter, Kardamom und das feingehackte Orangeat miteinander verrühren und auf den Teig streichen. Dei Schokotröpfchen darauf verteilen. Die Teigplatte der Länge nach halbieren und jeweils von der langen Seite her aufrollen, so dass zwei Rollen entstehen. Die Rollen der Länge nach halbieren und in sich verdrehen. Und nun wird’s etwas heikel, ich habe nämlich vergessen ein Bild vom Flechten zu machen. 😅
Einen Strang von rechts nach links auf die Arbeitsfläche legen. Den zweiten Strang fast mittig von oben nach unten AUF den Ersten legen. Nun den dritten Strang parallel zum Ersten AUF den Zweiten. Und zum Schluss den vierten Strang parallel zum Zweiten AUF den dritten Strang und UNTER den ersten Strang legen. Nun immer zwei Enden einmal rechts herum miteinander verschrenken und das gleiche inmal links herum. Anschließend die letzten losen Enden unter dem Brot verstecken. Hat das jetzt irgendjemand verstanden? 🤣
So sollte das dann in etwa aussehen. Den Knoten nochmals mit einem Küchenhandtuch abdecken und ca. eine halbe Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Nach der zweiten Gehzeit den Hefeknoten mit etwas Milch und Eigelb bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. 25 – 30 Minuten goldbraun backen. Meiner war ein bisschen zu lange drin. Er ist leider nicht so goldbraun, wie ich es gerne gehabt hätte. Nun ja. Kannste nichts machen, außer mit Puderzucker bestreuen.
Ich wünsche euch viel Glück für das neue Jahr und bleibt alle schön gesund! 🍀
Als stabile Grundlage empfiehlt das Brauchtum Pfannkuchen an Silvester. Meistens werden Berliner Pfannkuchen gereicht, süß gefüllt, mit Marmelade oder Schokocreme. Kennt jeder, mag (fast) jeder.
Mir war nun nicht so nach süßem und mir hat die Idee von Buchweizen Pfannkuchen mit Dillschmand und Kaviar gefallen. In vielen östlichen Gegenden sind solche Plinsen unter verschiedenen Namen sehr beliebt.
Die größte Herausforderung war tatsächlich die Beschaffung des Kaviars. Ich war in fünf Läden, bis ich endlich ein Minigläschen unechten Kaviar ergattert habe. Also, entweder will den sonst keiner und darum haben viele Geschäfte ihn gar nicht mehr im Sortiment oder an den Weihnachtstagen wurden sämtliche Vorräte schlichtweg aufgefuttert.
Wer keinen Kaviar mag, der kann auch sehr gut Räucherlachs oder geräucherter Forelle dazu essen.
Buchweizen Pfannkuchen
Zutaten:
1/2 Tasse Buchweizen (in 1 Tasse Wasser und einer Prise Salz weich gekocht)
150 g Buchweizenmehl
150 g Dinkelmehl
1 gute Prise Salz
1 Teelöffel Zucker
1 Päckchen Trockenhefe
300 ml warme Milch
2 Eier
Außerdem:
Butterschmalz oder Öl zum Ausbacken
Zubereitung:
Die Mehle, Salz, Zucker und Trockenhefe miteinander vermengen. Die warme Milch und die Eier dazu geben und alles zu einem glatten Teig verrühren. Anschließend den gekochten und leicht abgekühlten Buchweizen untermengen. Die Schüssel mit einem Tuch abgedeckt solange gehen lassen, bis der Teig sich in etwa verdoppelt hat.
In einer Pfanne das Butterschmalz erhitzen und esslöffelweise kleine Pfannkuchen aus dem Teig ausbacken.
Für den Dillschmand
2 Esslöffel Schmand
2 Esslöffel gehackter Dill (frisch oder TK)
1 Spritzer Zitronensaft
etwas abgeriebene Zitronenschale
Salz
Pfeffer
1 Prise Zucker
miteinander verrühren.
Jetzt einfach etwas von der Creme und Kaviar auf einem Pfannkuchen verteilen und die letzten Stunden eines turbulenten Jahres genießen. Pochiertes Ei passt auch sehr gut dazu.
Und wer seine Pfannkuchen doch lieber süß mag, der isst sie einfach mit Marmelade oder Ahornsirup. Mit diesem Rezept geht beides, süß und salzig.
Wie auch immer – kommt gut ins neue Jahr und bleibt gesund❣️
Asiatische Zutaten und europäische Kochtechnik? Nicht ausschliesslich! Westliche Klassiker neu definiert? Aber klar doch! Kurz: was ich hier in Thailand so für mich und für Gäste koche. Und dazu noch eine ganze Menge Hintergrundinformation.