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Sahnehering

Heute geht’s nun endlich weiter mit dem Fischkapitel in Oma Kätes Kochbuch. Unter der klangvollen Überschrift „Matjes Regina“ findet sich ein Rezept meiner Mutter, das hauptsächlich aus Salzheringen und deren Zubehör besteht. Genauer gesagt, jeweils ein Milchner und ein Rogner, also ein männlicher und ein weiblicher Hering inklusive Milch und Rogen. Klingt spannend? Finde ich auch 😃 

Die Bezeichnung Matjes für dieses Rezept ist eigentlich meiner Meinung nach nicht richtig, denn als Matjes bezeichnet man die mit Salz fermentierten ganzen, nicht geschlechtsreifen Heringe, die anschließend filetiert in den Verkauf gelangen, während Salzheringe im ganzen, ausgenommen bis auf Milch und Rogen (also geschlechtsreif sind) in einer gesättigten Salzlake eingelegt werden und anschließend mit dieser Sole im Ganzen verkauft werden. Sie sind so sehr lange haltbar, sollten vor dem Verzehr 24 Stunden gewässert werden und dann innerhalb von drei Tagen aufgegessen werden. 

Sahnehering aus Salzheringen
mit Milch und Rogen 

Zutaten:

2 Salzheringe (1 Milchner, 1 Rogner)

2 Becher saure Sahne 

Pfeffer

1 Apfel, klein geschnitten

1 Zwiebel, in feine Ringe geschnitten 

Zubereitung:

Die Salzheringe von Kopf und Schwanzflosse befreien. Milch und Rogen herausnehmen und kaltstellen. Die Heringe säubern und in reichlich kaltem Wasser 24 Stunden lang wässern. Das Wasser immer mal wieder gegen frisches austauschen. Anschließend die Mittelgräte entfernen, die Fischfilets in mundgerechte Stücke schneiden und zur sauren Sahne in eine Schüssel geben. Rogen und die ebenfalls in kleine Stückchen geschnitten Milch dazugeben und alles gut verrühren. Der Rogen zerfällt dabei und verteilt sich im Sahnehering. Zum Schluss die Äpfel und Zwiebeln entweder unter die Masse heben oder schön darauf drapieren. Etwas frischen Pfeffer darüber mahlen und zu Pell- oder Bratkartoffeln servieren. 

Also, dieser Sahnehering ist auf jeden Fall ein deftiger Gruß vom Meer, 😅 soviel kann ich sagen. Ich bevorzuge weiterhin die milderen holländischen Matjesfilets, aber – probiert es einfach mal aus und schreibt mir gerne, was ihr davon haltet.

Heringstopf

Es ist Aschermittwoch und vielerorts steht das alljährliche Heringsessen auf dem Programm. Schön! Wenigstens eine verlässliche Konstante in Zeiten wie diesen.  Auch wenn die tollen Tage in diesem Jahr fast ausgefallen sind und kaum jemand ein Katerfrühstück braucht – heute gibt es traditionell Hering satt!

Ich verrate Euch jetzt ein Matjesrezept meiner lieben Urgroßtante Erna, einer echten Hamburger Deern.

Tante Ernas eingelegte Matjes

Zutaten:

1/4 Liter Weißweinessig

1/4 Liter Wasser

1 Teelöffel Senfkörner

2 Lorbeerblätter

1 Teelöffel Pimentkörner

1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner

1/2 Teelöffel Salz

2 Teelöffel Zucker

2 Zwiebeln, in Ringe geschnitten

4 Matjes (8 Matjesfilets)

Zubereitung:

Von den Matjes die Schwanzflosse abschneiden und die Filets in einen Steinguttopf mit Deckel oder eine Schüssel legen. Die restlichen Zutaten in einen Kochtopf geben. Wer die Gewürzkörner später nicht in der Soße haben möchte, füllt sie einfach in ein Teesäckchen und verschließt dieses gut. Die Essigmischung mit den Gewürzen aufkochen, 2-3 Minuten leise köcheln, dann vollständig abkühlen lassen.

Den kalten Sud über die Matjesfilets gießen, Topf mit Deckel oder Folie abdecken und alles über Nacht gemütlich durchziehen lassen. Am nächsten Tag können die Matjes auch schon gegessen werden. Mit einer Scheibe gut gebuttertem Schwarzbrot ein echter Genuss.

Wer den Matjes lieber mit einer cremigen Soße zu Kartoffeln isst (so wie ich) der braucht jetzt:

200 g Schmand

200 g Joghurt

2 Esslöffel Mayonnaise

4 Gewürzgurken, in kleine Würfel geschnitten

2 Äpfel, vom Kerngehäuse befreit und in Stückchen geschnitten

Salz, Pfeffer

etwas frischen gehackten Dill

Zubereitung:

Schmand, Joghurt und Mayonnaise zu einer glatten Soße verrühren. Gewürzgurken und Äpfel hnzufügen. Die Matjesfilets aus dem Sud nehmen, in mundgerechte Stücke schneiden und unterheben. Die Zwiebeln mit einer Schaumkelle aus dem Essigsud fischen und zum Heringstopf geben. Alles mit Salz, Pfeffer und eventuell etwas von dem Sud abschmecken. Wer mag, kann noch frischen Dill dazu geben.

Dazu ein paar Pell- oder Bratkartoffeln servieren – perfekt!

Wer heute schon Heringstopf essen möchte, lässt das Marinieren einfach weg. Das schmeckt auch. Oder Ihr macht Euch einfach ein feines Matjeshäckerle.

In jedem Fall – lasst es Euch schmecken!