Platenkuchen, Zuckerkuchen, Freud-und-Leid-Kuchen…die Rede ist vom Butterkuchen. Einer der beliebtesten Kuchenklassiker, der es zu jedem Anlass auf unsere Kaffeetafel schafft. Butterkuchen geht immer, zur Taufe, Hochzeit, Jubiläum ebenso wie zur Beerdigung oder einfach, weil heute Sonntag ist – ein Kuchen für’s Leben sozusagen – und zurecht, wie ich finde!
Schon bei der Teigzubereitung riecht die Küche herrlich nach buttrigem Hefeteig und Vorfreude auf den dazu gehörigen Kaffeeduft macht sich breit!
Butterkuchen
Zutaten für den Teig:
1 Päckchen frische Hefe
500 g Mehl
75 g Zucker
1/4 Liter Milch
125 g Butter
1 Prise Salz
Zubereitung:
Die frische Hefe in eine Tasse bröckeln und mit einem Teelöffel Zucker bestreut so lange stehen lassen, bis sie sich verflüssigt hat. Hin und wieder mal ein bisschen umrühren. Das Mehl in eine große Schüssel sieben und mit dem Zucker und der Prise Salz vermischen. Butter schmelzen, Milch dazu geben und wenn die Flüssigkeit lauwarm ist, alles in die Schüssel zum Mehl gießen. Die Hefe nicht vergessen, die kommt nun auch hinzu. Alles gut verkneten, mit einem Küchenhandtuch abdecken und an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis der Teig sich etwa verdoppelt hat.
Den Backofen auf 200°C Ober-und Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
Wenn der Teig gut aufgegangen ist, ihn nochmals gut durchkneten und eventuell noch etwas Mehl unterarbeiten, sodass er nicht mehr klebt. Den Teig auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen und auf das vorbereitete Backblech legen. Nochmals mit einem Küchenhandtuch abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
Zutaten für den Belag:
125 g Butter
120 g Zucker
1 Eigelb
100 g gehobelte Mandeln
Mit den Fingern alle 2-3 cm kleine Mulden in den Teig drücken. In jede dieser Mulden eine Butterflocke stecken. Den Zucker auf einen flachen Teller schütten und das Eigelb dazu geben. Mit einem großen Messer Zucker und Eigelb krümelig hacken. Die Zucker-Eigelb-Krümel auf dem Kuchen verteilen und zum Schluss die Mandeln darüber streuen. Den Butterkuchen im vorgeheizten Backofen 20 Minuten backen.
Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen buttrig, süßen Sonntag!
Anlässlich des heutigen Weltkrokettentages mussten einfach diese knusprig fritierten Bällchen auf den Teller. Jedes Land hat so seine eigenen Kroketten, da ist die Auswahl riesig und ich konnte mich kaum entscheiden, in welche Richtung es gehen sollte. Mit Kartoffeln oder Reis, mit Füllung oder ohne, Fleisch, Gemüse oder gar Süßes? Da Reisen zu unseren Sehnsuchtsorten ja zur Zeit nicht möglich sind, geht’s jetzt zumindest kulinarisch und mit dem Finger auf der Landkarte nach bella Italia. Außen kross, mit einem fluffigen Mantel aus Risotto mit Safran und einer aromatischen Füllung aus Hackfleisch und Fenchel ein Happen, der richtig Spaß auf mehr macht. Ich gebe ja zu, sie sind schon etwas zeitaufwendig und man braucht viel Geduld beim Füllen und Rollen, aber die Mühe lohnt sich. Mit einer pikanten Tomatensauce und den Klängen eines italienischen Radiosenders serviert, fühlt man sich fast, als wäre man im sonnigen Italien.
Arancini mit Fenchel
Zutaten für das Risotto:
1 Esslöffel Butter
1 Schalotte, fein gewürfelt
300 g Risottoreis
150 ml Weißwein
800 ml Gemüsebrühe
6 Safranfäden, mit einer Prise Zucker im Mörser fein gerieben
60 g Parmesan, gerieben
Zubereitung (bestenfalls einen Tag vorher):
Die Butter in einem Topf auslassen und die Schalottenwürfel darin glasig dünsten. Den Reis hinzu geben, kurz mit anschwitzen und mit dem Weißwein ablöschen. Wenn der Wein fast verkocht ist, soviel Gemüsebrühe hinzufügen, dass der Reis soeben bedeckt ist. Nun immer schön umrühren und nach und nach die Brühe zugießen, wenn die Flüssigkeit im Topf knapp wird. Mit dem letzten Schuss Brühe kommt der Safran dazu und wenn der Reis gar ist, auch der geriebene Parmesankäse. Es sollte eine zähe Masse entstanden sein, die jetzt einfach abkühlen darf.
Zutaten Füllung:
Olivenöl zum Anbraten
2 Schalotten, fein gehackt
1 Teelöffel Fenchelsaat, grob gemörsert
1 Stange Sellerie, fein gehackt
1 kleine Karotte, fein gehackt
1/4 kleine Fenchelknolle, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
250 g Hackfleisch (welches Ihr mögt)
50 g Tomatenmark
125 ml Wasser
125 g passierte Tomaten
1/8 Schale einer Salzzitrone, fein gehackt oder etwas abgeriebene Zitronenschale
1 Handvoll Tiefkühl-Erbsen
Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack
1 Mozzarella (125 g), in ca. 1 cm große Würfel geschnitten
Zubereitung:
Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Schalotten darin andünsten. Die Fenchelsaat hinzugfügen und mit anschwitzen. Anschließend das restliche Gemüse und das Hackfleisch dazugeben und alles kräftig anbraten. Wenn das Hackfleisch krümelig gebraten ist, das Tomatenmark in die Pfanne geben und etwas anrösten. Mit dem Wasser ablöschen und die passierten Tomaten angießen. Die Zitronenschale und die Erbsen unterrühren und alles gut einreduzieren lassen, bis eine cremige Masse entstanden ist.
Um die Arancini zu rollen, eine Schüssel mit Wasser füllen, in der man immer wieder die Hände befeuchten kann. Ausserdem
2 Eier, mit etwas Wasser verquirlt
Paniermehl, um die Arancini vor dem Fritieren darin zu wenden.
Mit einem Esslöffel eine Portion abgekühlten Risottoreis in die nassen Hände nehmen, rund wirken und flach drücken, so dass eine „Reisschüssel“ in der Handfläche entsteht. In deren Mitte nun einen Teelöffel von der Füllung und ein Stückchen Mozzarella geben und das Reisbällchen darüber verschließen. Das erfordert vielleicht etwas Übung und Geduld. Am besten alle Bällchen auf diese Weise vorbereiten und auf einen Teller legen.
2 Liter Pflanzenöl zum Fritieren in einem ausreichend großen Topf erhitzen. Zum testen, ob das Öl heiß genug ist, ein Holzstäbschen in das Öl halten. Wenn kleine Bläschen daran hochsteigen, hat das Öl die richtige Temperatur.
Die vorbereiteten Reisbällchen nun zuerst durch das Ei ziehen, anschließend im Paniermehl wälzen ind im heißen Öl fritieren, bis sie goldgelb sind. Die fertigen Arancini mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Tomatensauce
Zutaten:
etwas Olivenöl zum Anschwitzen
1 rote Zwiebel, fein gewürfelt
6 Fleischtomaten, gehäutet, entkernt und gewürfelt
ein Schuss Balsamico, dunkel
etwas Agavendicksaft
1 Frühlingszwiebel, in ringe geschnitten
Salz, Pfeffer
frische Basilikumblätter, in feine Streifen geschnitten
Zubereitung:
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin anschwitzen. Die restlichen Zutaten hinzugeben, alles einmal kurz aufkochen, abschmecken – fertig.
Jetzt bleibt mir nur noch, Euch einen schönen Restweltkrokettentag zu wünschen und einen schönen Start in die neue Woche.
Getreu dem Motto „Kein Sonntag ohne Kuchen“ habe ich gestern seit langer, langer Zeit mal wieder einen Weinbrandkuchen nach dem Rezept meiner Schulfreundin Andrea gebacken. Eigentlich ein ganz normaler Rührkuchen, der jedoch mit einem viertel Liter Weinbrand unter der Kruste seinem Namen alle Ehre macht. Das Rezept ist ein altes Schätzchen aus den 80er Jahren, in denen der Cognacschwenker in keinem Haushalt fehlen durfte und die Werbung darauf hinwies, dass, falls einem Gutes wiederfährt, dieses auf jeden Fall einen Weinbrand wert sei. Gutes wiederfährt heute auf jeden Fall demjenigen, der ein Stück von meinem saftigen Weinbrandkuchen abkriegt…
Andreas Weinbrandkuchen
Zutaten:
400 g Butter oder Margarine
400 g Zucker
4 Teelöffel Vanillezucker
1 Prise Salz
8 Eier
1 Tafel Blockschokolade, gehackt
400 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1/4 Liter Weinbrand
Zubereitung:
Den Backofen auf 175°C Ober-Unterhitze vorheizen und eine große Springform (Ring, 28 cm Durchmesser) einfetten und mit etwas Paniermehl ausstreuen.
Die Butter mit dem Zucker schaumig schlagen. Vanillezucker und Salz dazu geben und nach und nach die Eier unterrühren. Mehl und Backpulver hinzufügen und alle Zutaten gut verrühren. Zum Schluss den Weinbrand und die gehackte Blockschokolade in den Teig geben und nochmals gut rühren. Den Teig in die vorbereitete Form gießen und den Kuchen 80-90 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen testen, ob der Kuchen gar ist. Das Stäbchen in den Kuchen stechen und wieder herausziehen. Der Kuchen ist fertig, wenn kein Teig mehr am Holzstäbchen klebt.
Den fertigen Kuchen aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten stehen lassen. Anschließend auf eine Kuchenplatte stürzen und vollständig abkühlen lassen.
Den abgekühlten Kuchen mit Puderzucker bestreuen und genießen. Schönen Sonntag!
Es ist Aschermittwoch und vielerorts steht das alljährliche Heringsessen auf dem Programm. Schön! Wenigstens eine verlässliche Konstante in Zeiten wie diesen. Auch wenn die tollen Tage in diesem Jahr fast ausgefallen sind und kaum jemand ein Katerfrühstück braucht – heute gibt es traditionell Hering satt!
Ich verrate Euch jetzt ein Matjesrezept meiner lieben Urgroßtante Erna, einer echten Hamburger Deern.
Tante Ernas eingelegte Matjes
Zutaten:
1/4 Liter Weißweinessig
1/4 Liter Wasser
1 Teelöffel Senfkörner
2 Lorbeerblätter
1 Teelöffel Pimentkörner
1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner
1/2 Teelöffel Salz
2 Teelöffel Zucker
2 Zwiebeln, in Ringe geschnitten
4 Matjes (8 Matjesfilets)
Zubereitung:
Von den Matjes die Schwanzflosse abschneiden und die Filets in einen Steinguttopf mit Deckel oder eine Schüssel legen. Die restlichen Zutaten in einen Kochtopf geben. Wer die Gewürzkörner später nicht in der Soße haben möchte, füllt sie einfach in ein Teesäckchen und verschließt dieses gut. Die Essigmischung mit den Gewürzen aufkochen, 2-3 Minuten leise köcheln, dann vollständig abkühlen lassen.
Den kalten Sud über die Matjesfilets gießen, Topf mit Deckel oder Folie abdecken und alles über Nacht gemütlich durchziehen lassen. Am nächsten Tag können die Matjes auch schon gegessen werden. Mit einer Scheibe gut gebuttertem Schwarzbrot ein echter Genuss.
Wer den Matjes lieber mit einer cremigen Soße zu Kartoffeln isst (so wie ich) der braucht jetzt:
200 g Schmand
200 g Joghurt
2 Esslöffel Mayonnaise
4 Gewürzgurken, in kleine Würfel geschnitten
2 Äpfel, vom Kerngehäuse befreit und in Stückchen geschnitten
Salz, Pfeffer
etwas frischen gehackten Dill
Zubereitung:
Schmand, Joghurt und Mayonnaise zu einer glatten Soße verrühren. Gewürzgurken und Äpfel hnzufügen. Die Matjesfilets aus dem Sud nehmen, in mundgerechte Stücke schneiden und unterheben. Die Zwiebeln mit einer Schaumkelle aus dem Essigsud fischen und zum Heringstopf geben. Alles mit Salz, Pfeffer und eventuell etwas von dem Sud abschmecken. Wer mag, kann noch frischen Dill dazu geben.
Dazu ein paar Pell- oder Bratkartoffeln servieren – perfekt!
Wer heute schon Heringstopf essen möchte, lässt das Marinieren einfach weg. Das schmeckt auch. Oder Ihr macht Euch einfach ein feines Matjeshäckerle.
Himbeerherz zu verschenken! Bestehend aus süßem, knusprigen Baiser (was im französischen auch noch „Kuss“ bedeutet), cremiger, kühler Schlagsahne und frischen, reifen Himbeeren – ein köstliches Geschenk zum Valentinstag.
Baiserherz mit frischen Himbeeren
Zutaten:
6 Eiweiß
1 Prise Salz
200 g Zucker
125 g Puderzucker
1 gehäufter Teelöffel Speisestärke
2 Teelöffel Weißweinessig
Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C Ober-Unterhitze vorheizen. Auf ein Backpapier ein Herz zeichnen. Meins ist ca. 30 cm breit und 25 cm hoch. Das Backpapier umgedreht auf das Backblech legen. Das Herz sollte nun von der Rückseite her noch durchscheinen. Die Eiweiß und die Prise Salz in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät aufschlagen und dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Wenn eine dicke, feste, weiße Masse entstanden ist, Puderzucker und Stärke über das Eiweiß sieben und mit einem Teigschaber unterheben. Die Baisermasse in einen Spritzbeutel füllen und die Herzform auf dem Backpapier damit ausfüllen. Für den Rand ringsrum Tupfer spritzen. Das Herz in den Backofen schieben und die Hitze sofort auf 120°C reduzieren. 70 Minuten backen. Nach Ende der Backzeit den Ofen ausschalten und das Baiserherz im Backofen mit leicht geöffneter Backofentür auskühlen lassen. Ich habe einfach einen Kochlöffel in den Türspalt geklemmt.
200 ml Sahne mit einem Teelöffel Vanillezucker steif schlagen. Schlagsahne und Himbeeren auf dem vollständig abgekühlten Herz verteilen. Puderzucker darüber rieseln lassen, Kaffee machen und den Lieblingsmensch rufen 🙂
Ich wünsche Euch einen zuckersüßen, flauschigen Tag!
Ach ja, falls Ihr Euch jetzt fragt, was Ihr mit dem übrig gebliebenen Eigelb anstellen sollt – ich hätte da ein paar Vorschläge:
Was bei uns der Veilchendienstag ist, wird in Italien als „Fetter Dienstag“ gefeiert. Das Ziel ist im Grunde das gleiche – vor der Fastenzeit noch einmal richtig über die Stränge schlagen – unter anderem mit Fettgebackenem.
Bei mir geht es heute nicht ganz so fett zu, denn ich habe meine Arancini di Carnevale im Backofen gebacken. Ihr könnt sie aber auch fritieren, möglich ist beides.
Arancini di Carnevale
Zutaten für den Hefeteig:
500 g Mehl Type 550
50 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Trockenhefe
2 Eier
1 Eigelb
50 g Butter
200 ml Milch
Für die Füllung:
geriebene Schale von 2 unbehandelte Bio-Orangen
150 g Zucker
Ausserdem:
50 g geschmolzene Butter
Saft einer halben Orange
Puderzucker zum Bestreuen
Mehl, Zucker, Salz und die Hefe in einer großen Schüssel mischen. Die Milch erwärmen und die Butter darin schmelzen. Die Milch darf nicht zu heiß sein, denn das mag die Hefe gar nicht. Milch-Buttergemisch, Eier und Eigelb zu den trockenen Zutaten geben und alles gut verkneten. Der Teig ist recht feucht – das gehört aber so. Die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch abdecken und ca. 1 Stunde gehen lassen bis er sich etwa verdoppelt hat. In der Zwischenzeit die Orangen waschen und die Schale abreiben. Vorsicht! Nicht das weiße mit abreiben, sonst wird’s bitter!
Wenn der Teig gut aufgegangen ist wird er noch einmal gut durchgeknetet. Eventuell muss man jetzt noch etwas Mehl hinzu gegeben. Er sollte nicht mehr kleben. Nun rollt Ihr den Teig auf einer bemehlten Fläche zu einem Rechteck etwa 1 cm dick aus.
Die geriebene Orangenschale mit den 150 g Zucker vermischen und gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Alles zu einer Rolle formen und ca. 2 cm breite Schnecken abschneiden. Diese mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und nochmals 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Nach 30 Minuten Gehzeit die Arancini großzügig mit zerlassener Butter bepinseln und über jedes ein wenig frisch gepressten Orangensaft gießen. Dann ab in den Ofen für 15 – 20 Minuten. Nach 15 Minuten einfach mal schauen, sie sollten nicht zu dunkel werde. Am Besten goldbraun…
Wenn Eure Arancini di Carnevale etwas abgekühlt sind bestreut Ihr sie ordentlich mit Puderzucker – fertig!
Ich wünsche einen wunderbaren „Martedì grasso“!! 🙂 Lasst es krachen!
Schon immer gehörte Fettgebackenes, wie der gute alte Berliner zum Beispiel, oder auch Schmalzgebäck zu den närrischen Tagen wie der Dom zu Köln. Noch einmal richtig gut essen bevor an Aschermittwoch die Fastenzeit den Gürtel enger schnallen lässt. Auch als gute Unterlage sehr geschätzt, wenn es mal ein bisschen mehr zu Trinken gibt als sonst.
Da das Netz voll ist mit Rezepten von Ofenberlinern und allerlei Krapfen habe ich mich auf die Suche nach einem Gebäck gemacht, das noch nicht jeder kennt. Und was soll ich sagen – ich bin fündig geworden! In einem alten Kochbuch von Henriette Davidis aus dem Jahr 1896 habe ich diese Leckerchen gefunden. Das Besondere? Sie sind besonders fein durch einen buttrigen Hefeteig, verfeinert mit Rosenwasser.
Butterkränze
Rezept für 20 Stück
250 g Mehl (Type 550)
35 g Butter
35 g gemahlene Mandeln (ohne Haut)
etwas Bittermandelaroma
1/8 Liter Milch
1 kleines Ei
2 Eigelb
1 Esslöffel Rosenwasser
1 gestrichenen Esslöffel Zucker
1 Prise Salz
15 g in etwas Milch angerührte frische Hefe
1 Liter Öl + 200 g Butterschmalz zum Frittieren
Die Milch und die Butter in einem ausreichend großen Topf erwärmen. Nicht zu warm werden lassen, das mag die Hefe nicht. Das Bittermandelaroma und das Rosenwasser hinzufügen. Anschließend alle Zutaten mit in den Topf geben und alles gut miteinander verrühren. Den warmen Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und mit soviel Mehl gut verkneten, bis er nicht mehr klebt. Den Teig in 20 Stücke teilen, diese länglich rollen, zu Kränzen formen und auf ein mit Mehr bestäubtes Handtuch legen. Die Kringel rings herum mehrmals einschneiden und eine halbe Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit Öl und Butterschmalz in einem Topf erhitzen. Der topf sollte nicht zu klein sein, da das Fett beim Frittieren aufschäumen kann. Das Öl ist heiß genug, wenn an einem hinein gehaltenen Holzstäbchen Bläschen aufsteigen. Die Kränze nun nach und nach im heißen Öl von beiden Seiten goldgelb ausbacken und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. Mit Vanillezucker bestreuen und am besten sofort, noch warm aufessen.
Ich wünsche süße, bunte, tolle Tage! Lasst es krachen!
Kein Karneval, Fastnacht oder Fasching ohne in Fett gebackene Süßigkeiten! Kurz vor der Fastenzeit noch einmal so richtig die Fettspeicher auffüllen – das war wohl schon vor Jahrhunderten das erklärte Ziel. Traditionen soll man fortführen, besonders wenn sie so lecker, fluffig, rund und bunt daher kommen wie diese wunderbaren kleinen Spritzkuchen. Dass man sie auch Fettkringel nennt, das sage ich Euch jetzt mal lieber nicht 🙂
Ich war ja schon als Kind total verrückt auf diese Dinger und es ist gar nicht so schwer sie selber zu backen.
Bunte Spritzkuchen
300 ml Wasser
100 g Butter
1/2 Teelöffel Salz
in einen Topf geben und aufkochen. Wenn das Gemisch kocht, die Herdplatte ausmachen, den Topf aber auf der heißen Platte stehen lassen.
200 g Mehl sofort, alles auf einmal in den Topf schütten und kräftig rühren. Es bildet sich recht schnell ein Teigklumpen. Weiter rühren bis sich der Klumpen gut vom Topfboden löst. Den Kochtopf vom Herd nehmen und ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Jetzt nach und nach
4 Eier unter die leicht abgekühlte Masse rühren. Das geht am Besten mit einem Handrührgerät.
Fertig ist der Spritzkuchenteig. Diesen nun in einen Spritzbeutel füllen.
In einem großen Topf 2 Liter gutes Öl zum Fritieren erhitzen. Das Öl ist heiß genug, wenn an einem eingtauchten Holzstäbchen Blasen an die Oberfläche steigen.
Um die Spritzkuchen heil in das Öl zu bugsieren schneidet man sich einen etwa 10 cm breiten Streifen aus Backpapier. Auf diesen spritzt man jetzt 2 mal in die Runde einen kleinen Spritzkuchen-Teigling (Siehe Foto).
Mit dem Backpapie-Streifen lässt man den Spritzkuchen jetzt vorsichtig in das heiße Öl gleiten. Achtung! Heiß! Wenn jemand noch wenig Erfahrung mit dem Fritieren hat – bitte nicht alleine backen!!! Holt Euch Unterstützung von jemandem, der sich damit auskennt.
Nach ein paar Minuten sind die Spritzkuchen goldbraun und können mit einer Schaumkelle aus dem Öl gefischt werden. Zum Abtropfen und Abkühlen legt man die fertigen Kringel am Besten auf Küchenpapier.
Wenn die Spritzkuchen vollständig abgekühlt sind bestreut man sie entweder einfach mit Puderzucker oder taucht sie kurz in Zuckerguss und bunte Streusel.
Für den Zuckerguss verrührt man 200 g Puderzucker mit 2 – 3 Esslöffel Wasser, Milch oder Zitronensaft.
Habt wundertolle „Tolle Tage“, übertreibt‘s aber nicht!!!
Morgen ist Valentinstag! Alle Menschen mit Schmetterlingen im Bauch bedenken sich gegenseitig mit unzähligen rosaroten Herzchen. Alle, die noch keine Schmetterlinge im Bauch haben, backen sich einfach ein paar von diesen wunderbaren Schmetterlings-Keksen 🙂 Oder Ihr verschenkt sie einfach an Eure Liebsten anstelle der alljährlichen Herzen.
Schmetterlings-Kekse
500 g Mehl
200 g Zucker
250 g Butter
2 Eier
2 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Backpulver
Alle Zutaten zu einem glatten Mürbeteig verkneten und in Frischhaltefolie gepackt für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
Den Backofen auf 200°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche etwa 5 mm dick zu einem Rechteck ausrollen.
Für die Füllung
2 Esslöffel Butter zerlassen und den Teig damit großzügig bepinseln und mit Zimt-Zucker bestreuen. Den Teig von der Längsseite her stramm aufrollen und diese Rolle in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden. Nun immer zwei Schnecken-Scheiben so gegeneinander legen, dass das Ende der Rolle jeweils einen „Fühler“ bildet. Die „Flügel“ rechts und links etwas eindrücken, so dass sie ihre schmetterlingstypische Form bekommen. Die Plätzchen bei 200°C 15 Minuten backen.
Für die Füllung eignet sich neben Zimt-Zucker auch Matcha.Zucker und Kurkuma-Zucker. So bekommt man auch noch grüne und gelbe Schmetterlinge.
Ich wünsche Euch allen einen bunten, märchenhaften Valentinstag mit ganz vielen Schmetterlingen im Bauch!
Bei meiner alljährlichen Recherche über althergebrachtes, glückbringendes Brauchtum an Silvester und Neujahr hat sich dieses Mal mein polnisches Viertel durchgesetzt. Mein Opa war gebürtiger Pole und ich dachte mir – schau doch mal was die so machen zum Jahreswechsel. Gleich die erste Anweisung unserer polnischen Nachbarn zum Weg in ein glückliches neues Jahr fand meinen allergrößten Zuspruch: an Silvester auf gar keinen Fall putzen! – Sonst verscheucht man das Glück! Super! Lappen und Eimer wieder weg, dafür lieber schnell etwas Mohn in die Schuhe gestreut – das erhöht die Zahl meiner Verehrer im kommenden Jahr. So einfach kann es manchmal sein 🙂
Desweiteren las ich, dass Sauerkraut an Silvester oder Neujahr gegessen, das Glück auf jeden Fall vermehrt. Da passt ja polnisches Bigos ganz hervorragend, dachte ich mir. Auf der Suche nach DEM traditionellen Bigos-Rezept merkte ich sehr schnell es gibt so viele Bigos-Rezepte wie kochende Polen! Jeder hat sein eigenes. Also habe ich mir aus allen von mir gefundenen wunderbaren Bigos-Kochanleitungen mein eigenes kreiert und dieses Rezept teile ich heute zur Feier des Tages mit Euch!
Mein Bigos
1 Entenbrust
1 Esslöffel Schmalz
500 g Gulasch halb und halb
250 g durchwachsenen Speck am Stück
2 geräucherte Mettwürstchen
200 g Krakauer
2 Zwiebeln, gewürfelt
1 Apfel (weil man damit auch so hübsch orakeln kann 🙂
Den Apfel waagerecht durchschneiden. Bildet das Kerngehäuse ein Blume – wird’s ein tolles Jahr. Bildet es ein Kreuz – nun ja, dann wird’s wohl nicht so schön)
250 g braune Champignons, in Scheiben geschnitten
1 Handvoll getrocknete Steinpilze in
1/4 Liter trockenen Rotwein eingeweicht
500 ml Brühe
250 g passierte Tomaten
1/2 Weißkohl, in feine Streifen geschnitten
1 kg Sauerkraut
1 Esslöffel Pflaumenmus
2 Lorbeerblätter
1 ordentliche Messerspitze Piment, gemahlen
1 Teelöffel Majoran
1 Teelöffel Thymian
1 Teelöffel Paprika edelsüß
Salz, Pfeffer
Einen großen Topf auf den Herd stellen und erhitzen. Die Haut von der Entenbrust abtrennen, fein würfeln, in den Topf geben und auslassen. Die Entenbrust in mundgerechte Stücke schneiden und mit anbraten. Sollte die Haut der Entenbrust nicht genügend Fett zum weiteren Anbraten gelassen haben einen Esslöffel Schmalz hinzufügen. Das Gulasch mit in den Topf geben und alles scharf anbraten. Die Zwiebeln, den kleingeschnittenen Orakel-Apfel und die Champignons ebenfalls kurz mitbraten. Nun den Weißkohl, das Sauerkraut, Pflaumenmus, Brühe, passierte Tomaten, die kleingeschnittenen eingeweichten Steinpilze samt Rotwein und die Gewürze hinzufügen und alles gut umrühren. Zum Schluß die Mettwürstchen, klein geschnittene Krakauer und den durchwachsenen Speck oben auf das Bigos legen. Deckel drauf und den Eintopf bei geringer Wärmezufuhr mindestens 2 Stunden köcheln lassen.
Am Besten schmeckt dieses Gericht wenn es mindestens über Nacht durchgezogen ist und nochmals aufgewärmt wurde. Dazu gibt es traditionell Kartoffeln und saure Sahne oder an Neujahr die Reste vom Wunschbrot, mit dem wiederum wunderschöne Wünsche an die liebe Familie gebracht werden können.
Bei uns gab es erstmals schlesische Kartoffelklöße dazu.
6 große, in Salzwasser gekochte Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse drücken. Die erkaltete Kartoffelmasse nun in der Schüssel glatt streichen und ein Viertel des Teigs herausnehmen. Diese so entstandene „Lücke“ mit Kartoffelstärke auffüllen. Das Teigviertel wieder hinzugeben und alles mit einem Ei verkneten. Den Kloßteig mit Salz und eventuell etwas geriebener Muskatnuss abschmecken.
In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Mit einem Teelöffel den Teig abstechen und zu kleinen flachen Knödeln formen. Zu guter letzt mit dem kleinen Finger eine Mulde in den Kloß drücken (damit Soße sich drin sammelm kann).
Die Klöße in siedendem Wasser gar werden lassen. Wenn sie oben schwimmen sind sie fertig.
Bei allem Beschwören und Orakeln für ein gutes, glückliches neues Jahr sei noch abschließend erwähnt: fällt mal ein Orakel nicht so vielversprechend aus – einmal um die eigene Achse drehen und aller Zauber ist null und nichtig 😀
In diesem Sinne Euch allen ein „Szczesliwego Nowego Roku“ (sprich: schensliwägo nowägo rocku). Ein glückliches neues Jahr!!
Asiatische Zutaten und europäische Kochtechnik? Nicht ausschliesslich! Westliche Klassiker neu definiert? Aber klar doch! Kurz: was ich hier in Thailand so für mich und für Gäste koche. Und dazu noch eine ganze Menge Hintergrundinformation.