Archiv für den Monat Januar 2026

Saure Eier

Wer schon einmal im handgeschriebene Kochbuch einer Großmutter geblättert hat, der weiß, dass das Nachkochen der Rezepte oftmals nicht ganz einfach ist. Die erste Hürde ist meistens schon die Handschrift in Sütterlin. Sollte es einem gelungen sein, diese zu entziffern, lässt das nächste Problem nicht lange auf sich warten. Wieviel und wie genau kommen die aufgelisteten Zutaten ins Gericht? Häufig stehen nur einzelne Zutaten, wenn man Glück hat mit Mengenangaben da, jedoch fehlt die komplette Anleitung. Auch Temperaturangaben und Back-/Kochzeiten sucht man vergebens. Die wusste Oma einfach, das alles musste sie sich nicht aufschreiben. Denn eines darf man nicht vergessen, aufgeschrieben hat sie die Rezepte nicht für ihre Nachkommen, sondern in erster Linie für sich selbst. Es sind ihre privaten Notizen, die dieses Buch zu einem ganz besonderen, wertvollen Schatz machen.

Das Kochbuch unserer lieben Oma Käte liegt jetzt in meinen Händen und mein Plan für 2026 ist, alle Rezepte in diesem Werk von vorne bis hinten einmal durchzukochen und am Ende dieser Aktion ein Familienkochbuch in den Druck zu geben. Einfach damit all diese traditionellen Leckereien voller wärmender Erinnerungen nicht vergessen werden und so auch den Speiseplan nachrückender Generationen problemlos bereichern.

Heute geht’s los auf Seite eins – es gibt saure Eier.

Saure Eier

Zutaten für 4 Personen:

1 Esslöffel Butter

1 Esslöffel Mehl

etwa 300 ml Brühe

1 guter Schuss Essig 

Zucker nach Geschmack 

Salz

Pfeffer

8 Eier

Zubereitung:

Die Butter in einem Topf zerlassen. Das Mehl dazu geben und alles kurz anschwitzen. Nach und nach unter ständigem Rühren die Brühe angießen, bis die Soße eine schöne Konsistenz hat. Ein Lorbeerblatt dazu geben und mit Essig, Zucker, Salz und Pfeffer herzhaft süß-sauer abschmecken. Die Sauce etwa 5 Minuten leise köcheln lassen. Anschließend die Eier aufschlagen und vorsichtig in die Soße plumpsen lassen.

Den Topf mit einem Deckel verschließen und die Eier bei niedriger Temperatur circa 6-7 Minuten in dem Sößchen gar ziehen lassen.

Die zweite Möglichkeit wäre, einfach abgepellte gekochte Eier in die Sauce zu geben. Ist beides lecker! 😊

Die Sauren Eier mit Salzkartoffeln und Salat servieren und genießen.

Freut euch auf viele weitere Rezepte von Oma Käte und wenn ihr nichts von diesem Küchenabenteuer verpassen möchte, folgt mir gerne!
Habt eine schöne Woche! 🌼

Porreeauflauf

Diesen Auflauf habe ich wahrscheinlich seit 30 Jahren nicht mehr gekocht. Dabei haben wir den damals geliebt und es gab ihn wirklich oft. Als er mir nun neulich wieder in den Sinn kam, konnte ich es kaum abwarten ihn endlich wieder aus meinen Backofen zu ziehen! Ja, und da isser! Ein prächtiger, verheißungsvoll duftender Porreeauflauf! Ursprünglich bleib dieser Auflauf fleischfrei, aber ich hatte noch zwei frische Nürnberger Bratwürstchen im Kühlschrank, die dringend weg mussten. So verstecken sich in dieser eigentlich vegetarischen Mahlzeit heute ausnahmsweise ein paar kleine Fleischbällchen. Wer sie nicht möchte, lässt sie einfach weg.

Vor dem Essen steht das Kochen 😊 also kommen wir zur Zubereitung.

Porreeauflauf

Zutaten:

4 Stangen Porree, in Ringe geschnitten

2 Knoblauchzehen, fein geschnitten

2 Esslöffel Öl (ich habe Rapsöl mit Butteraroma genommen)

1 guten Schuss Weißwein (optimal)

etwa 300 ml Gemüsebrühe

2 Becher Saure Sahne

Salz

Pfeffer

etwas Muskatnuss

etwas Sojasauce dunkel

300-400 g Nudeln eurer Wahl (bei mir Vollkornnudeln und Rote-Linsennudeln, weil sie einfach gerade da waren)

2 – 3 Handvoll geriebener Käse

Optional gebratene Fleischbällchen aus 2 frischen Bratwürstchen

Zubereitung:

Die Nudeln in reichlich Salzwasser gar kochen, abgießen und in eine Auflaufform geben.

Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Das Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und den Porree darin anbraten. Er kann ruhig stellenweise eine goldgelbe Färbung bekommen. Den Knoblauch leicht mit anschwitzen. Der sollte nicht zu dunkel werden, weil er dann schnell bitter wird. Die Saure Sahne unterrühren und die Gemüsebrühe dazugeben. Die Gemüsemasse mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Sojasauce abschmecken. Nun eventuell die Fleischbällchen zu den Nudeln legen und die Porreemasse darüber verteilen. Den Auflauf mit geriebenem Käse bestreuen und im vorgeheizten Backofen etwa 20 Minuten goldbraun backen.

Guten Appetit und eine angenehme Woche! 💚

Sollte jemand diesen Auflauf nachkochen, sagt mir gerne, ob er euch auch so gut geschmeckt hat wie uns.

Kardamomknoten

Das neue Jahr mit fluffigem Hefegebäck zu beginnen hat eine lange Tradition. Ob es nun die klassische Neujahrsbrezel ist, oder süßes Gebildegebäck wie zum Beispiel meine Neujahrskränze. Das ist einfach Geschmacksache. Letztere eignen sich sehr gut zum Verschenken.

In diesem Jahr habe ich mich für einen nordischen Kardamomknoten entschieden, denn wer hier schon öfter mal reingeschaut hat, der weiß vielleicht, dass mein absolutes Lieblingsgewürz Kardamom ist. Liiiiieeeeebe ich❣️Es passt hevorragend in süße Brote, zu Zitrusfrüchten und zu Schokolade. Und weil das so ist, habe ich die Stränge meines Knotens, neben Kardamom mit fein gehacktem Orangeat und Schokolade gefüllt. Für den Jahresbeginn soll es nur das Allerfeinste vom Allerbesten sein und deshalb habe ich mich beim Teig für den“guten Hefeteig“ aus Oma Kätes handgeschriebenem Kochbuch entschieden. Also, ich denke, besser kannste das nicht machen 😁.

Katies Kardamomknoten

Zutaten (für den Teig):

500 g Dinkelmehl

1 Päckchen Trockenhefe

75 g Zucker

1 Prise Salz

1 Teelöffel Kardamom, gemahlen

1 Messerspitze Zimt, gemahlen

1 gute Prise Salz

125 g Butter, gschmolzen und gebräunt

250 ml Milch

6 Eigelb (wer keine Eiweiß übrig haben möchte, der nimmt einfach 3 Eier)

Für die Füllung:

2 Esslöffel Orangeat, feingehackt

1 Teelöffel Kardamom, gemahlen

125 g weiche Butter

100 g Schokotröpfchen, zartbitter

Ausserdem:

1 Eigelb mit etwas Milch verquirt zum Bestreichen

1 Handvoll Hagelzucker

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und am besten mit einer Küchenmaschine zu einem glatten Hefeteig verarbeiten. Die Schüssel mit dem Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich in etwa verdoppelt hat. Den Teig auf eine bemehlte Fläche geben und zu einem ca. 30 x 40 cm großen Rechteck ausrollen. Für die Füllung die weiche Butter, Kardamom und das feingehackte Orangeat miteinander verrühren und auf den Teig streichen. Dei Schokotröpfchen darauf verteilen. Die Teigplatte der Länge nach halbieren und jeweils von der langen Seite her aufrollen, so dass zwei Rollen entstehen. Die Rollen der Länge nach halbieren und in sich verdrehen. Und nun wird’s etwas heikel, ich habe nämlich vergessen ein Bild vom Flechten zu machen. 😅

Einen Strang von rechts nach links auf die Arbeitsfläche legen. Den zweiten Strang fast mittig von oben nach unten AUF den Ersten legen. Nun den dritten Strang parallel zum Ersten AUF den Zweiten. Und zum Schluss den vierten Strang parallel zum Zweiten AUF den dritten Strang und UNTER den ersten Strang legen. Nun immer zwei Enden einmal rechts herum miteinander verschrenken und das gleiche inmal links herum. Anschließend die letzten losen Enden unter dem Brot verstecken. Hat das jetzt irgendjemand verstanden? 🤣

So sollte das dann in etwa aussehen. Den Knoten nochmals mit einem Küchenhandtuch abdecken und ca. eine halbe Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Nach der zweiten Gehzeit den Hefeknoten mit etwas Milch und Eigelb bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. 25 – 30 Minuten goldbraun backen. Meiner war ein bisschen zu lange drin. Er ist leider nicht so goldbraun, wie ich es gerne gehabt hätte. Nun ja. Kannste nichts machen, außer mit Puderzucker bestreuen.

Ich wünsche euch viel Glück für das neue Jahr und bleibt alle schön gesund! 🍀